Garten und Balkon

Außenwasserhahn winterfest machen: Dieser kleine Handgriff im Keller erspart Ihnen einen Wasserschaden

Älterer Mann mit grauem Bart und kariertem Flanellhemd schraubt an einer Backsteinwand einen grünen Gartenschlauch vom Außenwasserhahn ab, davor eine Schlauchrolle und eine Gießkanne im Herbstlaub
Zuerst kommt der Schlauch ab. Bleibt er am Hahn, steht dort über den Winter Wasser. (Symbolbild: Immomeg)

Ein geplatzter Außenwasserhahn fällt oft erst im Frühjahr auf, wenn das Wasser in den Keller läuft. Gärtnermeisterin Katrin Hoffmeister zeigt, wie Sie Leitung und Hahn in zehn Minuten frostsicher machen und was sonst im Garten vor dem Frost geleert werden sollte.

5 Min. Lesezeit Geprüft am 17.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Wasser dehnt sich beim Gefrieren um rund ein Zehntel aus und kann dabei Wasserhahn und Leitung sprengen; der Schaden zeigt sich oft erst beim Auftauen.
  • Zum Winterfestmachen wird das Absperrventil im Haus geschlossen, der Außenhahn geöffnet und das Restwasser über die Entleerungsschraube am Ventil abgelassen.
  • Auch eine frostsichere Außenarmatur kann platzen, wenn über den Winter ein Schlauch oder ein Schlauchanschluss mit Wasser am Hahn hängt.
  • Regentonnen, Gartenpumpen und Bewässerungscomputer sollten vor dem ersten Frost geleert und frostfrei verstaut werden.
Inhalt dieses Artikels
  1. Warum Frost Wasserhähne sprengt
  2. So machen Sie den Außenwasserhahn winterfest
  3. Und wenn ich einen frostsicheren Außenhahn habe?
  4. Was sonst im Garten vor dem Frost geleert werden sollte
  5. Im Frühjahr: langsam wieder aufdrehen
  6. Häufige Fragen

Im ersten Winter in unserem Haus bei Lüneburg habe ich den Außenwasserhahn vergessen. Einfach vergessen. Es war ein milder Dezember, dann kamen im Januar ein paar Nächte mit zweistelligen Minusgraden. Gemerkt habe ich es erst Ende Februar, als ich im Keller nach Saatschalen suchte und die Wand hinter der Leitung dunkel und nass war.

Der Hahn draußen hatte einen feinen Riss im Gehäuse, und auch das kurze Leitungsstück dahinter hatte etwas abbekommen. Die Reparatur war nicht dramatisch, der Ärger schon. Seitdem gehört der Wasserhahn zu den ersten Dingen, die ich im Herbst winterfest mache, noch vor den Dahlien.

Warum Frost Wasserhähne sprengt

Wasser dehnt sich beim Gefrieren um rund ein Zehntel aus. In einer offenen Gießkanne ist das egal, in einem geschlossenen Metallrohr nicht. Das Eis drückt mit großer Kraft gegen Wand und Dichtungen, bis irgendwo etwas nachgibt.

Das Tückische: Solange das Wasser gefroren ist, passiert nichts. Erst beim Tauwetter läuft es aus dem Riss, und wenn der Hahn innen geöffnet ist, unter Leitungsdruck. Je nachdem, wo die Leitung verläuft, landet das Wasser in der Hauswand oder im Keller.

So machen Sie den Außenwasserhahn winterfest

Der richtige Zeitpunkt ist, bevor die ersten Nachtfröste angekündigt sind. Bei uns in Norddeutschland ist das meist Ende Oktober oder im November, in höheren Lagen oft früher. Das Ganze dauert zehn Minuten.

  1. Schlauch abschrauben. Gartenschlauch, Schlauchkupplung und Wasserstopp vom Hahn abnehmen. Der Schlauch wird ausgerollt, damit das Wasser herausläuft, und frostfrei aufgehängt, in Keller, Garage oder Schuppen.
  2. Absperrventil im Haus schließen. Die Leitung zum Außenhahn hat in fast allen Häusern ein eigenes Ventil, meist im Keller oder Hauswirtschaftsraum direkt hinter der Außenwand. Drehen Sie es im Uhrzeigersinn zu.
  3. Außenhahn öffnen. Jetzt läuft das Wasser aus dem Leitungsstück zwischen Ventil und Hahn nach draußen ab. Den Hahn lassen Sie über den ganzen Winter offen.
  4. Restwasser am Ventil ablassen. Viele Absperrventile haben seitlich eine kleine Entleerungsschraube oder ein Kappenventil. Stellen Sie einen Eimer darunter und öffnen Sie es. Es kommt meist nur ein kleiner Schwall, manchmal blubbert es noch etwas nach. Danach die Schraube wieder schließen.
  5. Merken, wo das Ventil ist. Klingt banal, aber im Frühjahr suche ich jedes Jahr mit, wenn bei Nachbarn das Ventil hinter Regalen verschwunden ist. Ein Stück Kreppband mit „Garten“ hilft.
Hand dreht an einem roten Absperrventil an einer Kupferleitung in einem hellen Kellerraum, darunter steht ein grauer Eimer
Das Absperrventil sitzt meist im Keller direkt hinter der Außenwand. Ein Eimer darunter fängt das Restwasser auf.

Und wenn ich einen frostsicheren Außenhahn habe?

Frostsichere Außenarmaturen sind eine gute Sache. Bei ihnen sitzt der eigentliche Absperrpunkt tief in der Wand, im warmen Bereich, und das Wasser im Rohr bis zum Auslauf läuft beim Schließen von selbst ab. Bei diesen Hähnen müssen Sie im Keller in der Regel nichts zudrehen.

Eine Bedingung gibt es aber: Am Hahn darf nichts hängen. Bleibt ein Schlauch oder ein Anschlussstück mit Wasserstopp dran, kann das Wasser nicht ablaufen. Dann gefriert es im Rohr, und auch der frostsichere Hahn kann platzen. Schauen Sie im Zweifel in die Herstellerangaben, ob Ihr Modell eine Entleerung braucht.

Was sonst im Garten vor dem Frost geleert werden sollte

Regentonne: Eine volle Tonne aus Kunststoff kann bei starkem Frost reißen, weil sich das Eis ausdehnt. Ich lasse meine bis auf einen kleinen Rest leer laufen, öffne den Auslaufhahn und stelle den Regensammler am Fallrohr auf Winterbetrieb, damit sie nicht wieder vollläuft. Kleine Tonnen drehe ich einfach um.

Gartenpumpe und Hauswasserwerk: Komplett entleeren, meist über eine Ablassschraube, und frostfrei lagern. Ein Rest Wasser im Pumpengehäuse reicht für einen Riss.

Bewässerungscomputer und Tropfschläuche: Batterien heraus, Gerät ins Haus. Tropfschläuche können meist liegen bleiben, wenn sie entleert sind, die Herstellerangaben sagen es genauer.

Gießkannen und Eimer: Ausleeren und umgedreht hinstellen. Bei Metallkannen beult sonst gern der Boden aus.

Gartendusche und Brunnen: Gleiches Prinzip wie beim Außenhahn. Zuleitung absperren, Restwasser ablassen.

Im Frühjahr: langsam wieder aufdrehen

Wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, bei uns meist ab Mitte April, kommt die Leitung wieder in Betrieb. Außenhahn schließen, Entleerungsschraube am Ventil prüfen, dann das Ventil im Keller langsam öffnen.

Schauen Sie in den ersten Minuten danach auf die Leitung im Keller und auf den Hahn draußen. Tropft es irgendwo, war doch Frost im Spiel. Und lassen Sie das Wasser draußen eine Weile laufen, bevor Sie es für etwas anderes als die Pflanzen nutzen. Es hat ein halbes Jahr in der Leitung gestanden.

Wer im Herbst ohnehin draußen unterwegs ist: Die Kübelpflanzen und die Dahlienknollen wollen auch vor dem ersten Frost versorgt sein.

Häufige Fragen

Wann sollte ich den Außenwasserhahn abstellen?

Bevor die ersten Nachtfröste angekündigt sind. In weiten Teilen Deutschlands ist das Ende Oktober oder im November, in höheren Lagen früher. Ein milder Herbst ist kein Grund zu warten, der erste Frost kommt oft überraschend.

Muss ich den Außenwasserhahn offen lassen?

Ja, wenn das Absperrventil im Haus geschlossen ist. Der offene Hahn sorgt dafür, dass das Wasser aus der Leitung ablaufen kann und sich kein Wasser im Hahn sammelt. Bei frostsicheren Armaturen gelten die Herstellerangaben.

Kann ein frostsicherer Außenwasserhahn einfrieren?

Ja, wenn über den Winter ein Schlauch oder ein Anschlussstück am Hahn bleibt. Dann kann das Wasser im Rohr nicht ablaufen und gefriert. Nehmen Sie deshalb auch bei frostsicheren Hähnen im Herbst alles ab.

Quellen und Grundlagen

  • Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Hinweise zur Vermeidung von Frostschäden an Wasserleitungen
  • Verbraucherzentrale: Hinweise zu Leitungswasserschäden und Wohngebäudeversicherung
  • Herstellerangaben zu frostsicheren Außenarmaturen und Absperrventilen
  • Eigene Erfahrung aus 15 Jahren Gärtnereipraxis

Stand: 17. Oktober 2026.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Garten