Garten und Balkon

Dahlien überwintern: Wann Sie die Knollen ausgraben sollten und wie sie bis Mai nicht faulen

Lächelnder Mann mit grauem Bart, in den Fünfzigern, hebt im sonnigen Herbstbeet Dahlienknollen mit der Grabegabel, Stängel mit Etiketten
Sonne, Grabegabel und ein Etikett an jedem Stängel: So sieht ein guter Ausgrabetag aus. (Symbolbild: Immomeg)

Gärtnermeisterin Katrin Hoffmeister überwintert ihre Lieblingsdahlie seit vielen Jahren in einer Kiste mit Sand. Sie erklärt, warum Sie mit dem Ausgraben auf den ersten Frost warten sollten und woran die meisten Knollen im Winter scheitern.

6 Min. Lesezeit Geprüft am 13.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Dahlien stammen aus Mexiko und sind bei uns nicht winterhart; starker Bodenfrost lässt die Knollen im Beet erfrieren.
  • Ausgegraben wird nach dem ersten leichten Frost, wenn das Laub schwarz geworden ist, meist Ende Oktober bis Anfang November.
  • Die Knollen lagern dunkel und frostfrei bei etwa 4 bis 8 Grad, zum Beispiel in einer Kiste mit trockenem Sand, und werden einmal im Monat kontrolliert.
  • Ab etwa April treiben Sie die Knollen im Topf vor, ins Beet kommen sie erst nach den Eisheiligen Mitte Mai.
Inhalt dieses Artikels
  1. Warum die Knollen raus müssen
  2. Der richtige Moment: wenn das Laub schwarz ist
  3. So graben Sie die Knollen aus, ohne die Augen abzubrechen
  4. Das Winterquartier: zwischen 4 und 8 Grad
  5. Ab April: vortreiben, teilen, auspflanzen
  6. Was ich selbst jedes Jahr mit meiner Dahlie mache
  7. Häufige Fragen

Meine schönste Dahlie hat mich keinen Cent gekostet. Vor vielen Jahren hat mir eine Kollegin in der Gärtnerei ein paar Knollen der Sorte „Bishop of Llandaff“ in die Hand gedrückt: leuchtend rote Blüten über dunklem, fast schwarzem Laub. Seitdem grabe ich sie jeden Herbst aus, lagere sie im Winter ein und setze sie im Mai wieder ins Beet. Teilstücke davon blühen inzwischen auch bei zwei Nachbarinnen.

Gerade jetzt, Mitte Oktober, legen Dahlien oft noch einmal richtig los. In der Gärtnerei kam um diese Zeit fast täglich jemand an den Tresen und wollte wissen, ob die Knollen nicht längst raus müssten. Meine Antwort war immer dieselbe: Lassen Sie sie blühen, bis der Frost kommt.

Danach sollten Sie aber nicht mehr lange warten. Ein paar Handgriffe entscheiden, ob im April pralle Knollen in der Kiste liegen oder ein brauner, matschiger Klumpen.

Warum die Knollen raus müssen

Dahlien stammen ursprünglich aus Mexiko und sind bei uns nicht winterhart. Die dicken Knollen sind ihr Vorratsspeicher für das nächste Jahr. Friert der Boden richtig durch, erfrieren sie.

Ein leichter Nachtfrost ist dagegen kein Problem. Er macht Blätter und Blüten über Nacht schwarz, doch die Knollen sitzen geschützt in der Erde. Gefährlich wird es erst, wenn starker Frost tiefer in den Boden zieht.

In sehr milden Lagen überstehen Dahlien unter einer dicken Mulchschicht manchmal den Winter im Beet. Ehrlich gesagt ist das Glückssache. Ein harter Winter reicht, und die Sorte ist weg. Bei uns in der Nähe von Lüneburg versuche ich das gar nicht erst.

Der richtige Moment: wenn das Laub schwarz ist

Solange es nicht friert, darf die Dahlie blühen. Sie haben dann noch ein paar Wochen Blumen für die Vase, und die Knollen liegen sicher in der Erde.

Das Signal kommt meist Ende Oktober oder Anfang November. Nach der ersten frostigen Nacht hängen Blätter und Blüten schwarz und schlapp herunter. Das sieht traurig aus, ist aber genau der Moment, auf den Sie gewartet haben. Graben Sie die Knollen dann in den nächsten Tagen aus. Kündigt der Wetterbericht gleich stärkeren Frost an, warten Sie nicht auf das schwarze Laub, sondern holen die Knollen vorher heraus.

ZeitraumWas zu tun ist
Oktoberblühen lassen, Sorten notieren
nach dem ersten leichten Frost, meist Ende Oktober bis Anfang Novemberausgraben und einige Tage trocknen lassen
November bis Märzdunkel und frostfrei bei etwa 4 bis 8 Grad lagern, einmal im Monat kontrollieren
ab etwa Aprilim Topf vortreiben
nach den Eisheiligen Mitte Maiins Beet pflanzen

So graben Sie die Knollen aus, ohne die Augen abzubrechen

Bevor ich die Gabel ansetze, schaue ich kurz unter den Laubhaufen am Beetrand. Bei uns im Garten wohnt ein Igel, und um diese Zeit sucht er sich sein Winterquartier. Was die Tiere jetzt brauchen, steht in unserem Ratgeber Igel im Herbst richtig helfen. Danach geht es so:

  1. Schneiden Sie die Stängel auf etwa 10 bis 15 Zentimeter zurück. An dem Stumpf findet später das Etikett Halt.
  2. Schreiben Sie Sorte oder Farbe auf ein Etikett und binden Sie es an den Stängel. Im Frühjahr sehen alle Knollen gleich aus, versprochen.
  3. Stechen Sie die Grabegabel mit reichlich Abstand rund um die Pflanze ein und lockern Sie die Erde von allen Seiten. Dann heben Sie den ganzen Knollenballen heraus. Ziehen Sie nicht am Stängel.
  4. Schütteln Sie die grobe Erde ab. Was fest klebt, darf dranbleiben.
  5. Legen Sie die Knollen einige Tage kopfüber an einen luftigen, frostfreien Ort, also mit den Stängelstümpfen nach unten. Die Stängel sind hohl, und das Wasser darin soll ablaufen, statt in den Wurzelhals zu sickern.

Die heikelste Stelle ist der Wurzelhals. So heißt der Übergang zwischen den Knollen und dem alten Stängel. Dort sitzen die Augen, aus denen im Frühjahr die neuen Triebe kommen. Bricht eine Knolle dort ab, mag sie noch so dick und gesund aussehen: Austreiben wird sie nicht.

In der Kundenberatung habe ich oft Tüten voller einzelner, praller Knollen gesehen, im Herbst sorgfältig abgezupft, um Platz zu sparen. Ein Auge hatte kaum eine davon.

Dahlienknollen mit handgeschriebenen Etiketten trocknen in einer Holzkiste mit etwas trockenem Sand in einer kühlen Garage
Mit Etikett und etwas Sand: So warten die Knollen in der Garage auf das Frühjahr.

Das Winterquartier: zwischen 4 und 8 Grad

Dahlienknollen wollen im Winter ruhen. Dafür brauchen sie einen dunklen Raum, in dem es nie friert, aber auch nicht warm wird. Ideal sind etwa 4 bis 8 Grad. Keller, Garage oder Gartenhaus eignen sich, aber nur, wenn dort wirklich kein Frost hinkommt. Ein Minimum-Maximum-Thermometer zeigt Ihnen, ob das stimmt.

Die zweite Sache ist die Feuchtigkeit. Lagern die Knollen zu trocken, schrumpeln sie zusammen. Sind sie zu feucht, faulen sie. Bewährt haben sich Holzkisten oder Kartons, in die Sie die Knollen locker nebeneinanderlegen und mit einem dieser Materialien bedecken:

  • trockener Sand
  • trockene Erde
  • Sägespäne
  • Zeitungspapier

Ich nehme Sand, weil davon im Schuppen ohnehin immer ein Sack steht. Wie wichtig die Temperatur ist, habe ich allerdings auf die harte Tour gelernt. Vor einigen Jahren stellte ich eine Kiste in den Keller, direkt neben die Heizung, weil dort gerade Platz war. Im Februar waren die Knollen hart und runzelig wie alte Kartoffeln, einige hatten lange, bleiche Triebe. Gerettet habe ich aus der Kiste fast nichts. Der Bishop lag zum Glück woanders.

Einmal im Monat in die Kiste schauen

Ich sehe mir die Kisten an jedem ersten Wochenende im Monat an. Das dauert zehn Minuten. Weiche oder faulige Knollen kommen sofort raus. Stark eingeschrumpelte bekommen einen Hauch Feuchtigkeit, etwa indem Sie den Sand mit einer Sprühflasche leicht anfeuchten. Nass werden dürfen sie dabei nicht.

Dahlien im Kübel

Dahlien im Topf müssen Sie nicht ausgraben. Der ganze Kübel zieht frostfrei ins Quartier, und die Erde halten Sie den Winter über fast trocken. Wer ohnehin Oleander und Co. einräumt, findet im Artikel über Fehler beim Überwintern von Kübelpflanzen noch mehr Hinweise zum passenden Platz.

Ab April: vortreiben, teilen, auspflanzen

Ab etwa April hole ich die Knollen aus dem Sand und setze sie in Töpfe mit frischer Erde. Auf einer hellen, frostfreien Fensterbank zeigen sich bald die ersten Triebe.

Große Knollenballen können Sie jetzt teilen. Schneiden Sie sie mit einem scharfen Messer so durch, dass jedes Teil mindestens ein Auge am Wurzelhals hat. Ohne Auge kein Austrieb, das gilt auch hier.

Ins Beet kommen die Dahlien erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Junge Triebe vertragen keinen Frost, und eine kalte Nacht im Mai reicht für einen Rückschlag.

Was ich selbst jedes Jahr mit meiner Dahlie mache

Das Ausgraben ist bei mir einer der letzten Gartentermine im Jahr, meist ein paar Tage nach dem letzten Rasenschnitt. Ich suche mir einen trockenen Tag aus, damit die Erde gut abfällt, und nehme mir Zeit. Wer hetzt, bricht Wurzelhälse ab.

Der Bishop bekommt jedes Jahr ein neues Etikett, obwohl er ohnehin in seiner eigenen Kiste liegt. Gewohnheit aus der Gärtnerei. Und wenn ich im April die ersten dunklen Blätter aus dem Topf schieben sehe, weiß ich, dass sich die zehn Minuten im Monat gelohnt haben.

Häufige Fragen

Kann ich Dahlien einfach im Beet lassen?

In den meisten Regionen Deutschlands lieber nicht. Dahlien sind nicht winterhart, und starker Bodenfrost lässt die Knollen erfrieren. In sehr milden Lagen klappt es unter einer dicken Mulchschicht manchmal, aber darauf verlassen sollten Sie sich nicht.

Meine Knollen sind im Winter geschrumpelt. Sind sie verloren?

Nicht unbedingt. Feuchten Sie den Sand oder das Packmaterial leicht an und schauen Sie nach ein paar Wochen wieder nach. Entscheidend ist, dass der Wurzelhals mit den Augen heil ist und die Knolle nicht weich oder faulig wird.

Wie überwintere ich Dahlien im Topf?

Stellen Sie den ganzen Topf in einen frostfreien, kühlen Raum und halten Sie die Erde fast trocken. Ausgraben müssen Sie die Knollen dafür nicht.

Wann darf ich Dahlien wieder auspflanzen?

Vortreiben im Topf können Sie ab etwa April. Ins Beet kommen die Pflanzen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, weil junge Triebe keinen Frost vertragen.

Quellen und Grundlagen

  • Bayerische Gartenakademie: Hinweise zum Überwintern von Dahlien
  • Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Gartentipps zu frostempfindlichen Knollen
  • Deutsche Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolen-Gesellschaft: Kulturhinweise zu Dahlien

Stand: 13. Oktober 2026.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Garten