Garten und Balkon

Kübelpflanzen überwintern: An diesen 5 Fehlern gehen Oleander, Olive und Zitrone im Winter ein

Lachendes Paar trägt einen großen Olivenbaum im Topf in einen hellen Wintergarten, in dem schon Zitronenbäumchen und Oleander stehen
Lieber zu zweit: Ein großer Olivenkübel ist schwerer, als er aussieht. (Symbolbild: Immomeg)

Gärtnermeisterin Katrin Hoffmeister überwintert ihren Oleander seit über 20 Jahren im Treppenhaus. Sie erklärt, warum die meisten Kübelpflanzen im Winter nicht erfrieren, sondern zu nass stehen, und welche vier Fehler noch dazukommen.

6 Min. Lesezeit Geprüft am 12.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • So lange wie möglich draußen, so früh wie nötig rein: Oleander verträgt kurz leichten Frost bis etwa minus 5 Grad, Zitruspflanzen kommen vor dem ersten Frost ins Haus.
  • Ideal ist ein helles, kühles Quartier mit etwa 5 bis 10 Grad für Oleander und Olive und etwa 5 bis 12 Grad für Zitrus.
  • Zu viel Gießen ist die häufigste Todesursache im Winterquartier; gegossen wird erst nach der Fingerprobe, Untersetzer werden geleert.
  • Im Winter wird nicht gedüngt, und der große Rückschnitt wartet bis zum Frühjahr.
Inhalt dieses Artikels
  1. Fehler 1: Zu früh oder zu spät ins Haus geholt
  2. Fehler 2: Ein warmer, dunkler Platz
  3. Fehler 3: Gießen wie im Sommer
  4. Fehler 4: Schädlinge mit ins Haus nehmen
  5. Fehler 5: Düngen und zu früh die Schere zücken
  6. Mein Oleander im Treppenhaus und was ich von ihm gelernt habe
  7. Häufige Fragen

Mein Oleander ist älter als die meisten Autos in unserem Dorf. Seit über 20 Jahren zieht er jeden Herbst ins Treppenhaus, und jedes Mal wuchte ich ihn mit der Sackkarre die Stufen hoch. Dort ist es hell, weil ein großes Fenster nach Osten geht, und kühl, weil der Raum nicht geheizt wird. Viel mehr Geheimnis steckt nicht dahinter.

In der Gärtnerei habe ich jeden Frühling die andere Seite gesehen. Kunden kamen mit kahlen Oleandern, Olivenbäumchen ohne ein einziges Blatt und Zitronen, die nur noch aus Stöcken bestanden. Erfroren waren die wenigsten. Fast immer steckte einer von fünf Fehlern dahinter, und die gehe ich hier der Reihe nach durch.

Fehler 1: Zu früh oder zu spät ins Haus geholt

Die Faustregel aus der Gärtnerei lautet: so lange wie möglich draußen, so früh wie nötig rein. Draußen ist das Licht auch im Oktober noch besser als in jedem Winterquartier, und jede Woche an der frischen Luft zählt.

Wie viel Kälte geht? Oleander verträgt kurz leichten Frost bis etwa minus 5 Grad. Die Olive hält je nach Sorte kurzzeitig etwas mehr aus. Zitruspflanzen dagegen holen Sie vor dem ersten Frost herein.

Bedenken Sie aber: Die Wurzeln im Topf sind empfindlicher als bei einer Pflanze, die im Gartenboden steht, denn der Kübel kühlt von allen Seiten aus. Rücken Sie die Töpfe deshalb schon jetzt dicht an die Hauswand, stellen Sie sie auf Holzklötze und behalten Sie den Wetterbericht im Blick. Mein Oleander bleibt meist bis in den November hinein draußen, geschützt unter dem Dachüberstand. Sobald Nächte mit stärkerem Frost angesagt sind, kommt die Sackkarre zum Einsatz.

Zu früh ist übrigens auch ein Fehler. Wer Ende September alles reinräumt, weil es gerade ungemütlich ist, verlängert den dunklen Winter für seine Pflanzen um Wochen.

Fehler 2: Ein warmer, dunkler Platz

Das Wohnzimmer wirkt gemütlich, der Heizungskeller praktisch. Für die meisten Kübelpflanzen ist beides schlecht. Ideal ist ein Platz, der hell und gleichzeitig kühl ist.

Wärme regt die Pflanze zum Wachsen an. Fehlt dazu das Licht, bildet sie lange, blasse Triebe. Gärtner nennen das Vergeilen. Oft wirft sie obendrein die Blätter ab.

PflanzeIns HausTemperatur im QuartierLicht
Oleanderbevor es kälter als etwa minus 5 Grad wirdetwa 5 bis 10 Gradhell
Oliveverträgt je nach Sorte kurz etwas mehr Frost als Oleanderetwa 5 bis 10 Gradhell
Zitrone und andere Zitrusvor dem ersten Frostetwa 5 bis 12 Gradhell
Fuchsierechtzeitig vor Frostknapp über null bis etwa 5 Graddarf dunkel stehen

Dunkel geht nur, wenn es sehr kühl ist, also knapp über null bis etwa 5 Grad. Dann ruht die Pflanze fast völlig, das klappt zum Beispiel bei Fuchsien. Oleander, Olive und Zitrus sind immergrün und brauchen auch im Winter Licht.

Ein kühles Gästezimmer mit großem Fenster kann gut funktionieren. Bei vielen Thermostaten entspricht Stufe 1 etwa 12 Grad, das Sternchen etwa 6 Grad. Genaueres steht im Artikel Was die Zahlen am Thermostat bedeuten. Ein Minimum-Maximum-Thermometer zeigt Ihnen, ob es dort wirklich so kühl bleibt. Und Vorsicht im Wintergarten: An sonnigen Tagen wird es unter Glas schnell deutlich wärmer als gedacht. Dann hilft nur lüften.

Mann mit rotem Bart prüft in einem hellen, unbeheizten Wintergarten die Blätter eines Zitronenbäumchens, daneben Oleander und Olivenbaum
So sieht ein gutes Winterquartier aus. Die Gießkanne darf dabei ruhig öfter mal stehen bleiben.

Fehler 3: Gießen wie im Sommer

Das ist die häufigste Todesursache im Winterquartier, und sie kommt aus lauter Fürsorge. Bei 5 bis 10 Grad verbraucht eine Pflanze nur einen Bruchteil des Wassers, das sie im Juli braucht. Wer weiter gießt wie im Sommer, setzt die Wurzeln unter Wasser. Sie bekommen keine Luft mehr und faulen.

So machen Sie es besser:

  • Fingerprobe: Stecken Sie einen Finger zwei, drei Zentimeter tief in die Erde. Ist sie dort noch feucht, warten Sie.
  • Lieber selten und dann maßvoll gießen als ständig ein bisschen.
  • Untersetzer nach dem Gießen leeren. Wasser, das darin stehen bleibt, ist Staunässe auf Raten.

Mein Oleander bekommt im Winter nur alle paar Wochen einen Schluck, und auch das nur nach der Fingerprobe.

Fehler 4: Schädlinge mit ins Haus nehmen

Bevor eine Pflanze ins Quartier zieht, sehe ich sie mir genau an: Blattunterseiten, Blattachseln, Triebe. Welkes Laub, abgefallene Blätter und Unkraut kommen vorher aus dem Topf und aus dem Untersetzer. Im Winterquartier stehen die Pflanzen oft eng beieinander, und was eine hat, haben bald auch die Nachbarn. Drei Verdächtige finde ich am häufigsten:

  • Schildläuse: kleine braune Höcker an Trieben und Blattadern, oft kleben die Blätter.
  • Wollläuse: weiße, wattige Flöckchen, gern in den Blattachseln.
  • Spinnmilben: feine Gespinste und helle Sprenkel auf den Blättern.

Lassen Sie deshalb etwas Abstand zwischen den Kübeln, damit Luft dazwischen kommt. Im Winter schauen Sie dann etwa alle zwei Wochen nach und lüften an milden Tagen. Einzelne Läuse lassen sich mit einem feuchten Tuch abwischen. Bei stärkerem Befall lassen Sie sich am besten im Fachhandel beraten.

Fehler 5: Düngen und zu früh die Schere zücken

Dünger regt das Wachstum an, und genau das wollen Sie im Winterquartier nicht. Also gibt es bis zum Frühjahr keinen Dünger. Erst wenn die Pflanzen wieder austreiben, geht es weiter.

Mit der Schere ist es ähnlich. Den großen Rückschnitt heben Sie fürs Frühjahr auf. Jetzt kürzen Sie nur so viel, dass die Pflanze ins Quartier passt.

Mein Oleander im Treppenhaus und was ich von ihm gelernt habe

In über 20 Wintern war mein Oleander nie wegen Kälte in Gefahr. Einmal aber stand er zu nass, weil ich im Dezember aus schlechtem Gewissen ordentlich gegossen hatte. Im Februar hingen die Blätter schlaff herunter, und es hat einen ganzen Sommer gedauert, bis er wieder richtig in Form war.

Nicht jede Topfpflanze muss überhaupt rein. Hortensien im Kübel bleiben gut eingepackt an der Hauswand stehen, und ein Topf mit Blumenzwiebeln in Schichten gehört im Winter sogar nach draußen, weil die Zwiebeln den Kältereiz brauchen. Wer für Oleander und Co. gar keinen Platz hat: Manche Gärtnereien bieten einen Überwinterungsservice an. Fragen kostet nichts.

Und im Frühjahr bitte nicht gleich in die pralle Sonne. Nach Monaten im Haus bekommen die Blätter sonst Sonnenbrand. Ein paar Tage im Halbschatten, dann erst an den Sonnenplatz. Ehrlich gesagt ist das der Moment, auf den ich mich jedes Jahr freue: wenn der Oleander wieder vor der Haustür steht.

Häufige Fragen

Wann muss der Oleander ins Haus?

Oleander verträgt kurz leichten Frost bis etwa minus 5 Grad. Holen Sie ihn herein, bevor es kälter wird. Denken Sie daran, dass die Wurzeln im Topf empfindlicher sind als im Gartenboden.

Kann ich Kübelpflanzen im dunklen Keller überwintern?

Nur wenn es dort sehr kühl ist, also knapp über null bis etwa 5 Grad, und auch dann eher Pflanzen wie Fuchsien. Oleander, Olive und Zitrus brauchen ein helles Quartier.

Warum wirft mein Zitronenbaum im Winter die Blätter ab?

Meist steht er zu warm und zu dunkel oder bekommt zu viel Wasser. Stellen Sie ihn heller und kühler, bei etwa 5 bis 12 Grad, und gießen Sie erst nach der Fingerprobe.

Muss ich Kübelpflanzen im Winter düngen?

Nein. Dünger würde das Wachstum anregen, und das ist im Winterquartier unerwünscht. Gedüngt wird erst wieder ab dem Frühjahr, wenn die Pflanzen austreiben.

Quellen und Grundlagen

  • Bayerische Gartenakademie: Hinweise zur Überwinterung von Kübelpflanzen
  • Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Kübelpflanzen im Winter
  • Giftinformationszentren der Länder: Hinweise zu Oleander (Nerium oleander)

Stand: 12. Oktober 2026.

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