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Laub kompostieren: Welche Blätter auf den Kompost dürfen und welche besser in die Biotonne gehören

Frau in den Sechzigern mit grauem geflochtenem Zopf leert bei Herbstsonne eine Schubkarre buntes Laub in einen Holzkomposter im Naturgarten
Ab auf den Kompost: Das meiste Herbstlaub ist viel zu schade für die Tonne. (Symbolbild: Immomeg)

Herbstlaub ist kein Abfall, sondern der Humus von morgen. Gärtnermeisterin Katrin Hoffmeister erklärt, welche Blätter schnell verrotten, wie Sie Eiche und Walnuss klein bekommen und welches Laub nicht auf den Hauskompost gehört.

7 Min. Lesezeit Geprüft am 13.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Laub von Obstbäumen, Ahorn, Linde, Birke, Hainbuche und Hasel verrottet schnell und kann direkt auf den Kompost oder als Mulch aufs Beet.
  • Eiche, Walnuss, Rosskastanie, Platane und Buche zersetzen sich wegen fester Blätter und viel Gerbsäure langsam; zerkleinert und gut gemischt geht es schneller, als eigener Laubkompost dauert es ein bis zwei Jahre.
  • Kastanienlaub mit Miniermotte und Blätter mit Sternrußtau, Apfelschorf oder Monilia gehören in die Biotonne, weil der Hauskompost meist nicht heiß genug wird.
  • Laub zu verbrennen ist in der Regel nicht erlaubt, und in den Gully gehört es auch nicht.
Inhalt dieses Artikels
  1. Warum Laub viel zu schade für die Tonne ist
  2. Schnell oder zäh: Welches Laub wie verrottet
  3. Eiche, Walnuss und Co.: So bekommen Sie zähes Laub klein
  4. Ab in die Biotonne: Kastanienlaub und kranke Blätter
  5. Laubkorb und Mulch: Wohin mit dem Rest
  6. Wie ich mein Laub jeden Herbst sortiere
  7. Häufige Fragen

Über meinen Gartenzaun ragt die Walnuss meines Nachbarn. Im Sommer freue ich mich über den Schatten, im Oktober über ein paar Schubkarren Laub, die ich nie bestellt habe. Dazu kommen die Blätter meiner alten Apfelbäume. Und so stehe ich jedes Jahr mit Rechen und Schubkarre im Garten und sortiere.

Denn Laub ist nicht gleich Laub. Das meiste ist viel zu wertvoll für die Tonne und wird auf dem Kompost oder als Mulch zu bestem Humus. Manche Blätter brauchen dafür aber deutlich länger, und ein paar gehören tatsächlich nicht auf den Hauskompost.

In 15 Jahren Kundenberatung in der Staudengärtnerei habe ich dazu fast alles gehört. Den Eichenlaubberg, der nach einem Jahr immer noch raschelte. Das Rosenbeet, das jeden Sommer wieder schwarze Flecken bekam. Hier ist meine Sortierhilfe für den Herbst.

Warum Laub viel zu schade für die Tonne ist

Ein Blatt, das im Oktober fällt, hat seine Arbeit noch nicht erledigt. Auf dem Beet schützt eine Laubschicht den Boden vor Frost und Austrocknung. Regenwürmer ziehen die Blätter nach und nach in die Erde, und am Ende wird Humus daraus.

Auf dem Kompost bringt Laub lockere, eher trockene Struktur zwischen Küchenabfälle und Rasenschnitt.

Dazu kommen die Tiere. Ein lockerer Laubhaufen in einer ruhigen Ecke ist für Igel ein mögliches Winterquartier, und auch Käfer und Spinnen überwintern darin. Was Sie sonst noch für die Stacheltiere tun können, steht im Beitrag Igel im Herbst richtig helfen.

Nur auf dem Rasen hat Laub nichts verloren. Dort nimmt es dem Gras das Licht, darunter wird der Rasen gelb und kann faulen. Wie oft Sie dort rechen sollten, erkläre ich im Artikel über den letzten Rasenschnitt im Oktober.

Schnell oder zäh: Welches Laub wie verrottet

Ob Laub rasch zu Erde wird oder im nächsten Sommer noch raschelt, hängt vor allem vom Baum ab. Weiche, dünne Blätter zerfallen schnell. Feste, ledrige Blätter mit viel Gerbsäure halten deutlich länger durch, denn die Gerbstoffe bremsen die Zersetzung.

Laub vonZersetzungWohin damit
Obstbäumen wie Apfel oder BirneschnellKompost, Mulch auf Beeten
Ahorn, Linde, BirkeschnellKompost, Mulch auf Beeten
Hainbuche, HaselschnellKompost, Mulch unter Hecken
Eiche, Buche, Platanelangsamzerkleinert und gemischt, Laubkompost, saurer Mulch
Walnusslangsam, enthält Juglonin kleinen Mengen gemischt, nicht frisch unter Gemüse
Rosskastanielangsamzerkleinert und gemischt, bei Miniermotte in die Biotonne
kranken Pflanzen mit Sternrußtau, Schorf oder MoniliaunerheblichBiotonne

Langsam heißt nicht verboten. Eichen- und Buchenlaub dürfen auf den Kompost. Sie brauchen nur etwas Hilfe oder mehr Zeit.

Nahaufnahme von Herbstblättern am Boden: Eiche, Walnuss, Ahorn und Rosskastanie, manche Kastanienblätter mit braunen Flecken, Morgenlicht
Jedes Blatt verrottet anders. Braune Flecken auf Kastanienlaub können auf die Miniermotte hindeuten.

Eiche, Walnuss und Co.: So bekommen Sie zähes Laub klein

Den häufigsten Fehler kenne ich aus unzähligen Gesprächen am Verkaufstresen. Alles Laub kommt auf einen großen Haufen, obendrauf noch ein paar Säcke Eichenlaub vom Grundstück nebenan, und dann wird gewartet. Ein Jahr später ist der Haufen kaum kleiner. Die Blätter liegen flach aufeinander wie Papier, Luft kommt kaum hinein, und die Gerbsäure tut ihr Übriges.

So geht es besser:

  1. Zerkleinern. Breiten Sie das Laub an einem trockenen Tag auf dem Rasen aus und fahren Sie mit dem Rasenmäher samt Fangkorb darüber. Klein gehäckselte Blätter verrotten viel schneller als ganze, und der Fangkorb sammelt sie gleich ein.
  2. Mischen. Geben Sie zähes Laub nicht als dicke Schicht auf den Kompost, sondern im Wechsel mit Obstbaumlaub, Küchenabfällen oder etwas Rasenschnitt.
  3. Impfen. Eine Schaufel fertiger Kompost zwischen den Schichten bringt die nötigen Bodenlebewesen gleich mit.
  4. Feucht halten. Der Haufen sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. In einem trockenen Herbst gieße ich auch mal nach.

Und was ist mit dem Walnusslaub?

Walnussblätter haben einen besonderen Ruf. Sie enthalten Juglon, einen Stoff, der die Keimung anderer Pflanzen hemmen kann. In kleinen Mengen und gut kompostiert ist das unproblematisch. Frisch als Mulch unter Gemüse würde ich sie aber nie verteilen.

Mit dem Laub meines Nachbarn halte ich es so: Ein Teil wandert gut gemischt auf den normalen Kompost, der Rest kommt in einen eigenen Laubkorb und darf dort in Ruhe vor sich hin rotten. Bis daraus Erde fürs Beet wird, vergehen ein bis zwei Jahre.

Ab in die Biotonne: Kastanienlaub und kranke Blätter

Ein paar Blätter gehören nicht auf den Hauskompost. Der Grund ist schlicht: Ein Komposthaufen im Garten wird meist nicht heiß genug, um Schädlinge und Krankheitserreger sicher abzutöten. In den Anlagen, die den Inhalt der Biotonne verarbeiten, wird das Material in der Regel deutlich heißer.

Kastanienlaub mit Miniermotte. Die Kastanienminiermotte befällt vor allem die weißblühende Rosskastanie. Ihre Larven fressen sich durch das Blattinnere, die Blätter bekommen braune Flecken und sehen oft lange vor dem Herbst welk aus. Die Puppen überwintern im Falllaub, im Frühjahr geht es dann von vorn los. Wer das Laub unter befallenen Bäumen gründlich einsammelt und in die Biotonne gibt, hilft gegen den Befall im nächsten Jahr.

Laub mit Pilzkrankheiten. Dazu gehören vor allem:

  • Sternrußtau an Rosen: schwarzviolette Flecken mit strahligem Rand, die Blätter fallen früh ab.
  • Apfelschorf: olivgrüne bis bräunliche Flecken auf Blättern und Früchten.
  • Monilia an Obstbäumen: Hier kommen auch die eingetrockneten Fruchtmumien vom Baum und vom Boden mit in die Tonne.

Einer meiner alten Apfelbäume neigt in nassen Jahren zu Schorf. Sein Laub kommt in solchen Jahren in die Biotonne.

Für das Laub auf dem Gehweg gelten eigene Regeln, dort geht es vor allem um Rutschgefahr. Wer dort fegen muss, steht im Beitrag Laub vor dem Haus: Pflichten der Mieter.

Laubkorb und Mulch: Wohin mit dem Rest

Für zähes Laub lohnt sich ein eigener Laubkomposter. Mehr als ein einfacher Drahtkorb ist dafür nicht nötig. Darin darf das Laub ein bis zwei Jahre liegen, bis eine dunkle, krümelige Erde entstanden ist, die ich gern auf meinen Staudenbeeten verteile.

Eichen- und Buchenlaub haben noch einen zweiten Nutzen: Sie eignen sich als saurer Mulch. Unter Rhododendron, Heidelbeeren und Hortensien ist es deshalb gut aufgehoben, denn diese Pflanzen mögen einen eher sauren Boden.

Leicht zersetzbares Laub verteile ich als lockere Schicht unter die Hecken und auf abgeerntete Gemüsebeete.

Zum Zusammenholen reicht ein Rechen völlig. Wer lieber zum Laubbläser greift, sollte die erlaubten Uhrzeiten für Laubbläser kennen.

Wie ich mein Laub jeden Herbst sortiere

Bei mir hat die Schubkarre im Oktober feste Wege. Das Apfellaub kommt unter die Haselhecke beim Igelhaus und auf den Kompost. Die Walnussblätter vom Nachbarn landen zum größten Teil im Laubkorb hinter dem Schuppen. Und was vom schorfanfälligen Baum fällt, geht in nassen Jahren in die Biotonne.

Mein Nachbar hat mich einmal gefragt, ob mich das Laub seiner Walnuss nicht ärgert. Ehrlich gesagt nicht. Es dauert eben, aber es wird gute Erde.

Machen Sie es sich nicht zu kompliziert, das habe ich in der Gärtnerei oft gesagt. Fast alles Laub darf im Garten bleiben, Sie müssen nur wissen, welches Geduld braucht. In die Tonne kommt nur, was krank ist oder Schädlinge mitbringt.

Häufige Fragen

Wie lange braucht Laub, bis es zu Kompost wird?

Leicht zersetzbares Laub von Obstbäumen, Ahorn oder Linde verrottet gut gemischt im normalen Kompost deutlich schneller als Eiche oder Walnuss. Reiner Laubkompost aus zähen Blättern braucht ein bis zwei Jahre. Zerkleinern und Mischen verkürzen die Zeit spürbar.

Darf Walnusslaub auf den Kompost?

Ja, in kleinen Mengen und gut gemischt. Walnussblätter enthalten Juglon, das die Keimung hemmen kann, und sie verrotten langsam. Gut kompostiert ist das unproblematisch, frisch sollten Sie sie aber nicht als Mulch unter Gemüse verteilen.

Was mache ich mit dem Laub der Rosskastanie?

Gesundes Kastanienlaub darf zerkleinert und gut gemischt auf den Kompost. Ist eine weißblühende Rosskastanie von der Miniermotte befallen, gehört ihr Laub in die Biotonne, weil die Puppen darin überwintern. Gründliches Einsammeln hilft gegen den Befall im nächsten Jahr.

Darf ich Laub im Garten verbrennen?

In der Regel nicht. Das Verbrennen von Gartenabfällen ist meist nicht erlaubt, auch wegen des Feinstaubs. Ob es in Ihrem Ort Ausnahmen gibt, erfahren Sie bei der Gemeinde oder beim Ordnungsamt. Kompostieren ist ohnehin die bessere Wahl.

Quellen und Grundlagen

  • Bayerische Gartenakademie: Hinweise zum Kompostieren im Hausgarten
  • Julius Kühn-Institut: Hinweise zur Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella)
  • NABU: Tipps für einen naturnahen Garten im Herbst
  • Umweltbundesamt: Hinweise zur Eigenkompostierung von Gartenabfällen

Stand: 13. Oktober 2026.

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