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Fenster putzen ohne Schlieren: Warum Sie nie bei Sonne putzen sollten und welches Hausmittel reicht

Fröhliche Frau in den Fünfzigern mit kurzen silbergrauen Haaren putzt ein großes Fenster mit Abzieher, Eimer auf der Fensterbank, Pflanzen
Bewölkter Himmel ist ideales Putzwetter: Das Wasser bleibt lange genug auf der Scheibe, um es sauber abzuziehen. (Symbolbild: Immomeg)

Grauer Himmel statt Sonnenschein, erst der Rahmen und dann das Glas, nur ein paar Tropfen Spülmittel im Eimer: Mehr braucht es für streifenfreie Scheiben meist nicht. Außerdem: was Spiritus, Essig und Zeitungspapier wirklich taugen.

6 Min. Lesezeit Geprüft am 13.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei direkter Sonne trocknet das Wasser zu schnell und hinterlässt Schlieren, ideal ist ein bewölkter, milder Tag.
  • Zuerst Rahmen und Dichtungen reinigen, dann das Glas, sonst tropft Schmutz auf die saubere Scheibe.
  • Lauwarmes Wasser mit wenigen Tropfen Spülmittel reicht meist, zu viel Spülmittel verursacht selbst Schlieren.
  • Nach jedem Zug die Gummilippe des Abziehers trocken abwischen und die Ränder mit Mikrofasertuch oder Fensterleder nacharbeiten.
Inhalt dieses Artikels
  1. Warum Sonnenschein das schlechteste Putzwetter ist
  2. Erst der Rahmen, dann das Glas
  3. Das richtige Putzwasser: Beim Spülmittel sparen
  4. Mit dem Abzieher, Schritt für Schritt
  5. Hohe Altbaufenster: Sicherheit vor Glanz
  6. Was ich selbst so mache
  7. Häufige Fragen

Das schlimmste Fensterputzen meines Lebens fand an einem strahlenden Samstag im Mai statt. Wir wohnten noch nicht lange in Köln-Ehrenfeld, die Sonne schien zum ersten Mal richtig warm auf die Wohnzimmerfenster, und ich dachte: Wenn nicht heute, wann dann.

Zwei Stunden später war ich fertig und ziemlich stolz. Bis die Sonne am Nachmittag tiefer stand und schräg durch die Scheiben fiel. Jede einzelne Bahn war zu sehen, dazu milchige Ränder in den Ecken und ein grauer Schleier, der vorher nicht da gewesen war. Und das mir, mit einem Studium der Ökotrophologie.

Heute putze ich nur noch, wenn der Himmel grau ist. Am liebsten im Oktober. Warum das so viel ausmacht und mit welchen Handgriffen die Scheiben wirklich klar werden, steht hier.

Warum Sonnenschein das schlechteste Putzwetter ist

Klingt verkehrt, ist aber so: Bei direkter Sonne trocknet das Wasser auf der Scheibe oft schneller, als Sie es abziehen können. Was darin gelöst war, also Schmutz, Kalk und Reste vom Putzmittel, bleibt einfach auf dem Glas liegen. Genau das sind die Schlieren.

Ideal ist ein bewölkter, milder Tag ohne Regen. Dann bleibt die Scheibe lange genug nass, und Sie können in Ruhe arbeiten. Zur Not putzen Sie zuerst die Fenster, auf die gerade keine Sonne fällt.

Der Herbst ist dafür eine gute Zeit, denn in den kommenden Monaten zählt jedes bisschen Tageslicht. Spätestens wenn am 25. Oktober die Uhr zurückgestellt wird und es nachmittags früh dunkel ist, merkt man, wie viel mehr Licht durch ein sauberes Fenster kommt. Was Sie bei der Zeitumstellung sonst noch umstellen müssen, haben wir gesondert zusammengestellt.

Erst der Rahmen, dann das Glas

Der häufigste Fehler nach dem Wetter ist die Reihenfolge. Wer zuerst die Scheibe putzt und danach den Rahmen, wischt den Schmutz vom Rahmen direkt auf das saubere Glas.

Ich fange deshalb immer hier an:

  • Falz und Ecken: Krümel, Staub und tote Insekten mit einem Pinsel oder einem trockenen Tuch herausholen, bevor Wasser ins Spiel kommt. Sonst wird daraus Matsch.
  • Rahmen: mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittelwasser abwischen. Bei Kunststoffrahmen bitte keine Scheuermittel und keine kratzige Schwammseite, die Oberfläche kann davon stumpf werden und verkratzen.
  • Dichtungen: nur feucht abwischen, nicht schrubben. Gelegentlich freuen sie sich über ein passendes Pflegemittel, damit sie geschmeidig bleiben. Was dafür taugt, steht meist in den Pflegehinweisen des Fensterherstellers.

Wenn der Flügel schon offen steht, lohnt ein Blick auf die Beschläge, also die Mechanik rund um den Flügel, die beim Drehen und Kippen arbeitet. Wie Griff und Beschlag zusammenspielen und was hilft, wenn der Flügel einmal schief hängt, steht in unserem Text über das Dreh-Kipp-Fenster.

Nahaufnahme: Hände wischen einen weißen Fensterrahmen mit einem blauen Mikrofasertuch, Eimer und Abzieher auf der Fensterbank
Erst der Rahmen, dann das Glas: Sonst läuft der Schmutz auf die frisch geputzte Scheibe.

Das richtige Putzwasser: Beim Spülmittel sparen

Für die meisten Fenster reicht lauwarmes Wasser mit ein paar Tropfen Spülmittel. Wirklich nur ein paar Tropfen. Zu viel Spülmittel ist neben der Sonne eine weitere häufige Ursache für Schlieren, weil ein Film auf dem Glas zurückbleibt. Schäumt es im Eimer kräftig, ist meist schon zu viel drin.

Bei fettigen Scheiben, etwa am Küchenfenster, oder bei Kalkflecken kann ein Schuss Spiritus oder Essig im Wasser helfen. Spezialreiniger habe ich einige ausprobiert, bei normal verschmutzten Fenstern ohne nennenswerten Unterschied.

MittelWofür es taugtWorauf Sie achten sollten
SpülmittelGrundreinigung, löst Staub und leichten Fettfilmsparsam dosieren, wenige Tropfen pro Eimer
Spiritusfettige Scheiben, etwa in der Küchenur ein Schuss ins Wasser, gut lüften, Spiritus ist brennbar, also keine offene Flamme in der Nähe
EssigKalkflecken und Wasserrändernicht auf Fensterbänke aus Naturstein wie Marmor, sparsam an Gummidichtungen
Zeitungspapierfrüher der Klassiker zum NachpolierenDruckerschwärze kann abfärben, besonders auf hellen Rahmen
MikrofasertuchNachwischen und Polieren der Rändersauber und trocken verwenden

Den Zeitungstrick habe ich einmal ausprobiert, weil so viele darauf schwören. Die Scheibe wurde ordentlich, am weißen Rahmen klebten danach aber graue Abdrücke von der Druckerschwärze. Seitdem bleibt die Zeitung beim Altpapier.

Mit dem Abzieher, Schritt für Schritt

Der Abzieher hat bei mir am meisten verändert. Mit Tüchern allein verteilt man das Wasser eher, als dass man es entfernt. So gehe ich vor:

  1. Einseifen. Mit einem Einwascher oder einem großen Schwamm die ganze Scheibe nass machen, bis in die Ecken. Vorher leicht ausdrücken, sonst läuft das Wasser in Strömen auf die Fensterbank.
  2. Oben ansetzen. Den Abzieher oben an der Scheibe ansetzen, die Gummilippe liegt dabei ganz am Glas an.
  3. In Bahnen oder in S-Form abziehen. Entweder in geraden Bahnen, die sich jeweils ein kleines Stück überlappen. Oder ohne abzusetzen in Schlangenlinien quer über die Scheibe nach unten. Die S-Form braucht etwas Übung, dafür gibt es weniger Ansätze.
  4. Gummilippe abwischen. Nach jedem Zug die Lippe mit einem trockenen Tuch abwischen. Diesen Schritt habe ich früher weggelassen. Er bringt mehr, als man denkt.
  5. Ränder nacharbeiten. Am Rand und in den Ecken bleibt immer ein schmaler nasser Streifen. Den nehmen Sie mit einem trockenen Mikrofasertuch oder einem Fensterleder auf.
  6. Fensterbank trocknen. Was heruntergelaufen ist, gleich aufwischen.

Beim ersten Mal mit Abzieher habe ich ständig nachgebessert. Das gibt sich nach zwei, drei Fenstern.

Hohe Altbaufenster: Sicherheit vor Glanz

Unsere Wohnung liegt im vierten Stock eines Altbaus, die Fenster sind hoch und haben schon einige Jahrzehnte hinter sich. Einen Balkon gibt es nicht, von außen kommt niemand an die Scheiben. Ich putze also alles von innen: Flügel ganz aufdrehen, dann ist auch die Außenseite der Scheibe vom Zimmer aus erreichbar, und ich komme heran, ohne mich hinauszulehnen.

Für den oberen Teil brauche ich trotzdem eine Leiter. Stuhl oder Fensterbank sind keine Alternative. Ein Stuhl kann kippeln oder wegrutschen, eine Fensterbank ist schmal und nicht dafür gebaut. Stürze gehören zu den häufigen Unfällen im Haushalt, und beim Fensterputzen kommen Höhe, nasse Hände und ein offenes Fenster zusammen.

Und dann ist da noch unsere Tochter. Sie ist drei und findet alles spannend, was mit Wasser und Eimer zu tun hat. Ein ganz geöffnetes Fenster im vierten Stock kommt für mich aber nicht infrage, solange sie im Zimmer ist. Ich putze deshalb, wenn mein Partner mit ihr unterwegs ist.

Was ich selbst so mache

Bei uns werden die Fenster zweimal im Jahr gründlich geputzt: im Frühjahr, an einem grauen Tag, und im Oktober, bevor die dunkle Zeit beginnt. Dazwischen nur einzelne Scheiben, wenn kleine Hände Spuren hinterlassen haben.

Im Eimer: lauwarmes Wasser, ein paar Tropfen Spülmittel, fürs Küchenfenster ein Schuss Spiritus. Dazu Einwascher, Abzieher, zwei Mikrofasertücher und ein Tuch nur für die Gummilippe. Mehr nicht.

Einen kleinen Abzieher benutze ich im Winter fast jeden Morgen, allerdings nicht zum Putzen. Er hängt neben dem Schlafzimmerfenster, und damit ziehe ich das Kondenswasser von den Scheiben ab. Was nasse Scheiben am Morgen über die Wohnung verraten, habe ich in einem eigenen Text aufgeschrieben.

Und wenn morgen die Sonne scheint, freue ich mich einfach darüber. Die Fenster haben dann eben Pause.

Häufige Fragen

Warum entstehen beim Fensterputzen Schlieren?

Häufig aus zwei Gründen: Das Wasser trocknet zu schnell, etwa bei direkter Sonne, oder es ist zu viel Spülmittel im Wasser. In beiden Fällen bleiben Rückstände auf dem Glas. Es helfen ein bewölkter Tag, wenige Tropfen Spülmittel und ein Abzieher, dessen Gummilippe Sie nach jedem Zug abwischen.

Ist Zeitungspapier gut zum Fensterputzen?

Früher war es beliebt, aber Druckerschwärze kann abfärben und vor allem helle Rahmen verschmutzen. Ein sauberes, trockenes Mikrofasertuch oder ein Fensterleder erledigt das Nachpolieren zuverlässiger.

Darf ich Essig zum Fensterputzen nehmen?

Ein Schuss Essig im Putzwasser kann bei Kalkflecken helfen. Halten Sie ihn aber von Fensterbänken aus Naturstein wie Marmor fern, und gehen Sie an Gummidichtungen sparsam damit um.

Wie putze ich hohe Fenster sicher?

Mit einer stabilen Leiter oder mit Einwascher und Abzieher an einer Teleskopstange, Stühle und Fensterbank sind tabu. Bei Dreh-Kipp-Fenstern erreichen Sie die Außenseite nach dem Aufdrehen des Flügels in der Regel von innen, ohne sich hinauszulehnen.

Quellen und Grundlagen

  • Verbraucherzentrale: Tipps zum umweltschonenden Reinigen im Haushalt
  • Umweltbundesamt: Umwelttipps zu Wasch- und Reinigungsmitteln
  • Pflegehinweise der Fensterhersteller zu Kunststoffrahmen, Dichtungen und Beschlägen
  • Hinweise der Unfallprävention zu Stürzen im Haushalt und zum sicheren Umgang mit Leitern

Stand: 13. Oktober 2026.

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