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Wäsche in der Wohnung trocknen: So viel Wasser landet in der Luft (und so bleibt der Schimmel weg)

Lächelnde Frau hängt bunte Wäsche auf einen Wäscheständer vor einem weit geöffneten Fenster in einem hellen Altbauzimmer
Wäscheständer ans Fenster, Fenster ganz auf: So zieht die Feuchtigkeit nach draußen statt in die Wände. (Symbolbild: Immomeg)

Im Herbst wandert der Wäscheständer zurück in die Wohnung, und mit ihm literweise Wasser. Wie viel genau, wo das Trocknen am wenigsten Ärger macht und was mein Hygrometer in unserer Kölner Altbauwohnung angezeigt hat.

5 Min. Lesezeit Geprüft am 16.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Maschinenladung Wäsche gibt beim Trocknen je nach Beladung und Schleuderdrehzahl rund 1 bis 3 Liter Wasser an die Raumluft ab.
  • Je höher die Schleuderdrehzahl, desto weniger Wasser muss in der Wohnung verdunsten.
  • Der Wäscheständer gehört in einen beheizten, gut lüftbaren Raum, nicht ins Schlafzimmer und nicht in einen kalten, ungeheizten Raum.
  • Während die Wäsche trocknet, mehrmals täglich 5 bis 10 Minuten stoßlüften; in Wohnräumen gelten 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte als guter Bereich.
Inhalt dieses Artikels
  1. Wie viel Wasser in einer Ladung Wäsche steckt
  2. Wo der Wäscheständer am besten steht
  3. So oft sollten Sie lüften, solange die Wäsche hängt
  4. Was mein Hygrometer gezeigt hat
  5. Wann ein Trockner die bessere Wahl ist
  6. Dürfen Mieter überhaupt Wäsche in der Wohnung trocknen?
  7. Häufige Fragen

An einem verregneten Sonntag im vergangenen Oktober habe ich ein kleines Experiment gemacht. Zwei Maschinen Wäsche, beide Wäscheständer voll, alles im Wohnzimmer unserer Altbauwohnung in Köln-Ehrenfeld. Auf den kleinen Tisch daneben habe ich ein Hygrometer gestellt, also ein kleines Messgerät für die Luftfeuchtigkeit.

Am Morgen zeigte es 52 Prozent. Am frühen Abend, ohne zu lüften, waren es 71 Prozent. Und an der unteren Ecke des alten Holzfensters standen Wassertropfen.

Wäsche in der Wohnung zu trocknen ist völlig normal und für viele Haushalte ohne Trockenraum oder Trockner die einzige Möglichkeit. Es geht auch ohne Schimmel. Man muss nur wissen, wohin das ganze Wasser verschwindet.

Wie viel Wasser in einer Ladung Wäsche steckt

Nach dem Schleudern ist Wäsche nicht trocken, sondern nur nicht mehr tropfnass. Wie viel Wasser noch drin ist, hängt vor allem von der Schleuderdrehzahl, vom Material und von der Menge ab.

Als grobe Größenordnung gilt: Eine normale Maschinenladung gibt beim Trocknen rund 1 bis 3 Liter Wasser an die Raumluft ab. Handtücher und Jeans liegen am oberen Ende, ein paar Synthetik-Shirts am unteren. Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt gibt schon durch Atmen, Kochen und Duschen jeden Tag mehrere Liter Feuchtigkeit ab.

Das Wasser verschwindet nicht. Es steckt danach in der Luft, und wenn diese Luft auf kalte Flächen trifft, kondensiert es dort. Typische Stellen sind Fensterscheiben, Außenwandecken und die Wand hinter dem Schrank.

Wo der Wäscheständer am besten steht

Der beste Platz ist ein Raum, der beheizt ist und sich gut lüften lässt. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte, die Wäsche trocknet schneller, und beim Lüften geht die feuchte Luft gleich mit nach draußen.

Gut geeignet sind:

  • Das Wohnzimmer oder ein Arbeitszimmer, wenn es normal geheizt ist und ein Fenster hat, das sich ganz öffnen lässt.
  • Das Bad mit Fenster, solange danach nicht gleich geduscht wird. Ein Bad ohne Fenster ist nur eine Notlösung, dann muss der Lüfter lange laufen.
  • Ein Trockenraum im Keller, falls Ihr Haus einen hat und er belüftet ist.

Weniger geeignet sind:

  • Das Schlafzimmer. Dort ist es meist kühler, und nachts kommt die Feuchtigkeit aus dem Atem noch dazu.
  • Ungeheizte Räume. In einem kalten Gästezimmer trocknet die Wäsche langsam, die Wände sind kalt, und dort schlägt sich die Feuchtigkeit am liebsten nieder.
  • Direkt vor einer Außenwand oder in einer Ecke. Rücken Sie den Ständer lieber in die Raummitte oder ans Fenster.

Den Wäscheständer direkt an oder auf den Heizkörper zu stellen, beschleunigt das Trocknen zwar, behindert aber die Wärmeabgabe in den Raum. Mit etwas Abstand davor ist er besser aufgehoben.

So oft sollten Sie lüften, solange die Wäsche hängt

Die wichtigste Regel: Stoßlüften statt Kippfenster. Fenster ganz auf, wenn möglich auch eins gegenüber, für 5 bis 10 Minuten. Im Herbst und Winter reicht oft schon die kürzere Zeit, weil kalte Luft schnell ausgetauscht wird.

Während die Wäsche trocknet, lüfte ich den Raum mehrmals am Tag so. Morgens, wenn ich die Wäsche aufhänge, mittags und am Abend. Die Tür zum Rest der Wohnung bleibt dabei zu, damit sich die feuchte Luft nicht überall verteilt.

Ein gekipptes Fenster bringt dagegen wenig Luftaustausch, kühlt aber die Laibung rund ums Fenster aus. Genau dort bildet sich dann gern Schimmel. Mehr dazu, warum das Kippfenster beim Lüften eher ein Kompromiss ist, haben wir gesondert erklärt.

Kleines digitales Hygrometer auf einem weißen Tisch neben einer Grünpflanze, im Hintergrund unscharf ein Wäscheständer mit Handtüchern
Ein einfaches Hygrometer zeigt, ob nach dem Wäschetrocknen genug gelüftet wurde.

Was mein Hygrometer gezeigt hat

Nach dem Sonntag mit 71 Prozent habe ich es noch einmal mit derselben Menge Wäsche versucht, diesmal mit Plan. Höchste Schleuderstufe, Heizung im Wohnzimmer auf Stufe 3, Wäscheständer vor dem Fenster und dreimal am Tag zehn Minuten Stoßlüften.

Die Luftfeuchte stieg nach dem Aufhängen auf knapp 65 Prozent, fiel nach jedem Lüften wieder auf rund 55 und lag am Abend bei 57 Prozent. Am Fenster: keine Tropfen. Die Wäsche war am nächsten Morgen trotzdem trocken.

Ein Hygrometer kostet im Baumarkt nur wenige Euro. Ich finde, es ist eine der besten Anschaffungen für eine Mietwohnung, weil es aus einem Bauchgefühl eine Zahl macht. In Wohnräumen gelten etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte als guter Bereich. Bleibt der Wert über längere Zeit deutlich darüber, sollten Sie mehr lüften.

Wann ein Trockner die bessere Wahl ist

Wer viel wäscht, kleine Kinder hat oder in einer Wohnung lebt, in der sich schlecht lüften lässt, sollte über einen Wäschetrockner nachdenken. Am sparsamsten im Betrieb sind Geräte mit Wärmepumpe. Sie sind in der Anschaffung teurer, brauchen aber deutlich weniger Strom als ältere Kondens- oder Ablufttrockner.

Ein Luftentfeuchter kann in Einzelfällen helfen, etwa in einem Kellerraum ohne Fenster. Für die normale Wohnung ist regelmäßiges Stoßlüften aber die einfachste und günstigste Lösung.

Wenn sich trotz allem Schimmel zeigt, lohnt ein Blick auf andere Ursachen. Manchmal ist es auch eine ganz andere Stelle, etwa die Gummidichtung der Waschmaschine, die schwarze Flecken bekommt, weil die Tür nach dem Waschen geschlossen bleibt.

Dürfen Mieter überhaupt Wäsche in der Wohnung trocknen?

In aller Regel ja. Wäsche zu waschen und zu trocknen gehört zum normalen Wohnen. Wer keinen Trockenraum und keinen Platz für einen Trockner hat, muss die Wäsche irgendwo aufhängen.

Mieterinnen und Mieter müssen aber so lüften und heizen, dass keine Schäden entstehen. Wer dauerhaft Wäsche im ungeheizten Schlafzimmer trocknet und nie lüftet, riskiert im Streitfall, für Schimmel mitverantwortlich gemacht zu werden. Wenn sich Schimmel bildet, melden Sie ihn deshalb sofort bei der Vermieterin oder dem Vermieter. Bei Streit über die Ursache helfen der Mieterverein oder eine Anwältin weiter.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser gibt eine Ladung Wäsche beim Trocknen ab?

Je nach Menge, Material und Schleuderdrehzahl sind es rund 1 bis 3 Liter. Hoch geschleuderte Synthetikwäsche gibt weniger ab, niedrig geschleuderte Handtücher deutlich mehr.

Darf ich Wäsche im Schlafzimmer trocknen?

Besser nicht. Schlafzimmer sind oft kühler, und nachts kommt die Feuchtigkeit aus dem Atem hinzu. Wenn es nicht anders geht, lüften Sie vor dem Schlafengehen und morgens gründlich und halten Sie die Tür geschlossen.

Welche Luftfeuchtigkeit ist in der Wohnung normal?

In Wohnräumen gelten etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte als guter Bereich. Kurzfristig darf der Wert beim Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen höher steigen, er sollte nach dem Lüften aber wieder sinken.

Quellen und Grundlagen

  • Umweltbundesamt: Ratgeber Schimmel im Haus erkennen, vermeiden und beseitigen
  • Verbraucherzentrale: Informationen zu Lüften, Luftfeuchtigkeit und Schimmel
  • Herstellerangaben zur Restfeuchte nach dem Schleudern bei Waschmaschinen
  • Eigene Messungen mit einem handelsüblichen Hygrometer

Stand: 16. Oktober 2026.

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