Kühlschrank auf 7 Grad: Warum diese Einstellung Strom spart und Lebensmittel trotzdem frisch hält
Viele Kühlschränke laufen kälter als nötig, weil die Zahl am Regler keine Gradangabe ist. Im mittleren Fach reichen etwa 7 Grad, wenn Fleisch und Fisch unten stehen. Mit einem Glas Wasser und einem Thermometer prüfen Sie das über Nacht.
Das Wichtigste in Kürze
- Im mittleren Fach des Kühlschranks reichen etwa 7 Grad, das empfehlen Umweltbundesamt und Verbraucherzentralen.
- Jedes Grad kälter erhöht den Stromverbrauch um etwa 6 Prozent.
- Die Zahlen am Drehregler sind Stufen und keine Grad; meist bedeutet eine höhere Zahl kälter.
- Am kältesten ist es unten über dem Gemüsefach mit etwa 2 Grad, dort gehören Fleisch, Wurst und Fisch hin.
Inhalt dieses Artikels
Der Kopfsalat sah aus, als hätte er eine Frostnacht auf dem Balkon verbracht. Die äußeren Blätter waren glasig und dunkel, beim Anfassen fielen sie in sich zusammen. Dabei hatte er nur zwei Tage im Gemüsefach gelegen.
Am selben Abend stellte ich ein Glas Wasser mit einem kleinen Thermometer ins mittlere Fach. Am nächsten Morgen zeigte es knapp 2 Grad. Der Regler stand auf 5. Wer ihn dorthin gedreht hatte, ließ sich nicht mehr klären. Aber in unserem Haushalt lebt eine Person, die auch am Heizkörper eine gewisse Schwäche für die 5 hat.
Dabei reichen im mittleren Fach etwa 7 Grad. Das klingt warm, ist aber genau richtig, wenn die Lebensmittel am passenden Platz stehen. Und es spart Strom, jeden einzelnen Tag.
Warum 7 Grad völlig genügen
Umweltbundesamt und Verbraucherzentralen empfehlen für das mittlere Fach etwa 7 Grad. Viele halten das für zu warm, weil sie sich den Kühlschrank als einen gleichmäßig kalten Kasten vorstellen. Tatsächlich hat er verschiedene Zonen. Sind es in der Mitte 7 Grad, ist es unten über dem Gemüsefach deutlich kälter, etwa 2 Grad. Genau dort gehören die empfindlichen Lebensmittel hin.
Beim Strom ist die Rechnung einfach: Jedes Grad kälter erhöht den Verbrauch um etwa 6 Prozent. Unser Kühlschrank lief rund 5 Grad kälter als nötig, das sind grob überschlagen 30 Prozent mehr Strom.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Braucht ein Gerät bei 7 Grad 150 Kilowattstunden im Jahr, kommen bei 5 Grad weniger etwa 45 Kilowattstunden dazu. Bei einem Strompreis von beispielsweise 35 Cent sind das rund 16 Euro im Jahr. Ihr Gerät und Ihr Tarif können davon abweichen. Ein Vermögen ist es nicht, aber es ist Geld für erfrorenen Salat.
Die Zahl am Regler ist keine Temperatur
Hier steckt das häufigste Missverständnis. Die Zahlen am Drehregler sind Stufen, keine Grad. Stufe 5 heißt also nicht 5 Grad, sondern schlicht: mehr Kühlleistung als Stufe 4. Bei den meisten Geräten gilt, je höher die Zahl, desto kälter. Ein Blick in die Bedienungsanleitung lohnt sich trotzdem, denn darauf verlassen kann man sich nicht.
Am Heizkörper ist es übrigens umgekehrt und genauso verwirrend. Dort bedeutet eine höhere Zahl wärmer, und die 3 steht für etwa 20 Grad. Was die einzelnen Stufen dort bedeuten, habe ich in meinem Artikel über die Zahlen am Heizkörper-Thermostat aufgeschlüsselt.
Neuere Geräte zeigen die Temperatur oft digital in Grad an. Einmal nachmessen schadet auch dann nicht, denn der Fühler sitzt an einer bestimmten Stelle und nicht unbedingt dort, wo Ihr Joghurt steht.
So messen Sie selbst nach
Kühlschrankthermometer kosten wenige Euro und sind in Drogerien und Baumärkten zu haben. Damit geht der Test so:
- Glas Wasser ins mittlere Fach. Stellen Sie das Thermometer hinein. Das Wasser zeigt die Temperatur, die auch Ihre Lebensmittel haben, während die Luft bei jedem Türöffnen kurz wärmer wird.
- Über Nacht stehen lassen. Die Tür bleibt in dieser Zeit möglichst zu.
- Morgens ablesen, am besten gleich nach dem Öffnen.
- Regler anpassen. Liegt der Wert deutlich unter 7 Grad, stellen Sie eine Stufe wärmer ein. Liegt er deutlich darüber, eine Stufe kälter.
- Noch einmal messen. Warten Sie wieder eine Nacht, denn das Gerät braucht Zeit, bis sich die neue Temperatur eingependelt hat.
Bei uns hat es drei Nächte gedauert, bis die richtige Stufe gefunden war. Das Thermometer ist danach einfach im Kühlschrank geblieben.

Was gehört wohin? Die Zonen im Kühlschrank
Die richtige Einstellung bringt nur dann etwas, wenn die Lebensmittel am passenden Platz stehen. Kalte Luft sinkt nach unten, deshalb ist es oben wärmer als unten. Bei den meisten Geräten sieht die Verteilung so aus:
| Bereich | Temperatur | Was hineingehört |
|---|---|---|
| Oberes Fach | wärmer als die Mitte | Käse, Reste, Zubereitetes |
| Mittleres Fach | etwa 7 Grad | Milchprodukte, Joghurt |
| Unterstes Fach über dem Gemüsefach | am kältesten, etwa 2 Grad | Fleisch, Wurst, Fisch |
| Gemüsefach | etwas wärmer und feuchter | Gemüse, Salat |
| Tür | am wärmsten | Getränke, Butter, Eier, Saucen |
Leicht Verderbliches wie Hackfleisch und frischer Fisch gehört immer in die kälteste Zone ganz unten und sollte schnell verbraucht werden. Ein praktischer Nebeneffekt: Wenn Fleisch unten steht, kann kein Saft auf andere Lebensmittel tropfen.
Die Butter in der Tür ist kein Zufall. In der wärmsten Zone bleibt sie eher streichfähig. Bei uns hat das Umräumen einen Nachmittag gedauert, und unsere dreijährige Tochter fand es großartig, jeden Joghurt einzeln in sein neues Fach umziehen zu lassen.
Kleine Ursachen für einen hohen Verbrauch
Der Regler ist nicht die einzige Stelle, an der ein Kühlschrank unnötig Strom zieht.
Der Standort
Ein Kühlschrank direkt neben dem Herd oder der Heizung muss ständig gegen die Wärme anarbeiten. Außerdem brauchen die Lüftungsschlitze Platz, damit die Wärme abziehen kann, die das Gerät abgibt. In unserer Altbauküche landete der Kühlschrank beim Einzug direkt neben dem Heizkörper, weil dort gerade eine Lücke war. Wir haben ihn ein Stück weitergeschoben und dafür auf ein Regal verzichtet.
Die Türdichtung
Klemmen Sie ein Blatt Papier in die Tür und schließen Sie sie. Lässt sich das Blatt leicht herausziehen, schließt die Tür an dieser Stelle nicht dicht. Machen Sie den Test an mehreren Stellen rundherum. Gummidichtungen sind im Haushalt ohnehin Problemzonen, in der Waschmaschine sammeln sich darin sogar schwarze Schimmelflecken.
Eis und warme Speisen
Eine Eisschicht im Gefrierfach erhöht den Verbrauch, deshalb sollten Sie regelmäßig abtauen. Heiße Speisen lassen Sie erst abkühlen, bevor sie in den Kühlschrank kommen.
Was bei uns seitdem anders läuft
Der Regler steht jetzt auf der Stufe, bei der das Thermometer morgens etwa 7 Grad zeigt. Das Thermometer wohnt dauerhaft im mittleren Fach, und ab und zu schaue ich drauf, vor allem im Sommer, wenn es in der Küche warm wird. Fleisch und Fisch stehen unten, der Salat liegt im Gemüsefach und hat seitdem keinen Frost mehr erlebt.
Aus meiner Zeit in der Energieberatung weiß ich: Beim Kühlschrank spart man nicht mit einer großen Aktion, sondern mit einer richtigen Einstellung, die dann jahrelang still vor sich hin wirkt. Das Messen kostet einen Abend und ein paar Euro für das Thermometer.
Die Person mit der Schwäche für die 5 hat den Regler seitdem übrigens nicht mehr angefasst. Behauptet sie jedenfalls. Und wenn Sie schon dabei sind, in der Küche Ordnung zu schaffen: Wie ich den Backofen mit Natron über Nacht sauber bekomme, habe ich ebenfalls ausprobiert.
Häufige Fragen
Welche Stufe ist beim Kühlschrank die richtige?
Das hängt vom Gerät ab, weil die Zahlen am Regler keine Grad sind. Meist bedeutet eine höhere Zahl kälter, prüfen Sie das aber in der Anleitung. Richtig ist die Stufe, bei der ein Thermometer im Wasserglas im mittleren Fach etwa 7 Grad zeigt.
Sind 7 Grad nicht zu warm für Fleisch und Fisch?
Die 7 Grad gelten für die Mitte. Fleisch, Wurst und Fisch gehören ohnehin ins unterste Fach über dem Gemüsefach, wo es mit etwa 2 Grad am kältesten ist. Hackfleisch und frischen Fisch sollten Sie dort lagern und schnell verbrauchen.
Wie kalt sollte das Gefrierfach sein?
Gefrierfach und Gefrierschrank sollten minus 18 Grad haben. Bildet sich eine dicke Eisschicht, steigt der Stromverbrauch, deshalb lohnt es sich, regelmäßig abzutauen.
Warum soll warmes Essen nicht direkt in den Kühlschrank?
Das Gerät muss sonst gegen die Wärme anarbeiten und verbraucht mehr Strom. Lassen Sie heiße Speisen deshalb erst abkühlen, bevor sie hineinkommen.
Quellen und Grundlagen
- Umweltbundesamt: Umwelttipps zu Kühl- und Gefriergeräten
- Verbraucherzentrale: Informationen zum Stromsparen mit Kühlschrank und Gefriergerät
- Bundeszentrum für Ernährung: Hinweise zur Lagerung von Lebensmitteln im Kühlschrank
- Bedienungsanleitungen gängiger Kühlgeräte zum Temperaturregler
Stand: 12. Oktober 2026.
Fehler entdeckt oder eine Frage zum Thema? Schreiben Sie der Redaktion. Korrekturen machen wir auf der Seite Faktencheck und Korrekturen transparent.





