Mikrowelle reinigen mit Zitrone: Der Dampf-Trick, bei dem Sie kaum noch schrubben müssen
Eingetrocknete Soßenspritzer in der Mikrowelle lassen sich fast ohne Schrubben lösen. Die eigentliche Arbeit macht dabei der Dampf, nicht die Zitrone. Wie der Trick sicher funktioniert und welche Putzmittel im Garraum nichts verloren haben.
Das Wichtigste in Kürze
- Etwa eine Tasse Wasser mit Zitronensaft und ein paar Zitronenscheiben bei voller Leistung erhitzen, bis es kocht, dann die Tür mehrere Minuten geschlossen lassen.
- Die eigentliche Arbeit macht der Dampf, der eingetrocknete Spritzer aufweicht; die Säure der Zitrone hilft nur ein wenig gegen Fett und Gerüche.
- Ein Holzlöffel oder Holzspieß im Wasser beugt einem Siedeverzug vor, die heiße Schüssel nehmen Sie mit Topflappen heraus.
- Metallschwämme, Scheuermittel und Backofenspray gehören nicht in die Mikrowelle; die Abdeckplatte des Hohlleiters, meist an einer Seitenwand, wischen Sie nur vorsichtig trocken ab.
Inhalt dieses Artikels
- Warum eigentlich der Dampf die Arbeit macht
- So geht der Zitronen-Trick Schritt für Schritt
- Wischen ohne Kratzer: Drehteller, Tür und die Platte an der Seite
- Was in der Mikrowelle nichts verloren hat
- Damit es gar nicht erst wieder so aussieht
- Was sich bei uns seit der Tomatensoße geändert hat
- Häufige Fragen
Mein Partner wollte an einem Sonntagabend nur schnell die Tomatensoße vom Mittag aufwärmen. Ohne Deckel, „ist ja nur kurz“. Nach etwa einer Minute machte es in der Mikrowelle ein dumpfes Plopp. Als er die Tür öffnete, klebten rote Spritzer an der Decke, an der Rückwand und quer über die Innenseite der Tür.
Das Gröbste hat er sofort weggewischt. Die Decke allerdings hat keiner von uns gesehen. Ein paar Tage später waren die Spritzer dort hart wie Lack, und bei jedem Aufwärmen roch es ein bisschen nach angebrannter Tomate.
Geschrubbt habe ich trotzdem nicht. Eine Schüssel Wasser, eine Zitrone und etwas Geduld haben gereicht. Hier steht, wie das geht und welche Putzmittel in der Mikrowelle nichts zu suchen haben.
Warum eigentlich der Dampf die Arbeit macht
Der Trick klingt nach Omas Hausmittelkiste, hat aber eine nüchterne Erklärung. Kocht das Wasser in der Schüssel, füllt sich der kleine, geschlossene Garraum mit Wasserdampf. Der schlägt sich an Decke, Wänden und Tür nieder und weicht eingetrocknete Spritzer auf, wie bei einem Topf, den Sie einweichen lassen.
Die Zitrone ist dabei eher Beiwerk. Ihre Säure hilft ein wenig gegen den Fettfilm und gegen Gerüche, und die Küche duftet hinterher frischer. Wunder wirkt sie nicht.
Ich habe es aus Neugier einmal nur mit Wasser probiert. Die Krusten lösten sich fast genauso gut, nur der fettige Schleier an der Tür ging schwerer weg. Seitdem nehme ich wieder Zitrone, aber ohne Illusionen.
In der Haushaltsberatung habe ich oft Putzschränke gesehen, in denen für jede Ecke der Küche ein Spezialmittel stand. Für die Mikrowelle brauchen Sie keins.
So geht der Zitronen-Trick Schritt für Schritt
Sie brauchen eine mikrowellengeeignete Schüssel aus Glas oder Porzellan, eine Zitrone, einen Holzlöffel oder Holzspieß, Topflappen und ein weiches Tuch. Die Schüssel darf keinen Metallrand haben, auch keinen feinen Goldrand.
- Wasser einfüllen. Geben Sie etwa eine Tasse Wasser in die Schüssel. Die Schüssel sollte deutlich mehr fassen, damit nichts überkocht.
- Zitrone dazu. Ein paar Scheiben abschneiden, den Rest der Zitrone ins Wasser auspressen, die Scheiben hinterher. Ohne Zitrone geht auch ein Schuss Essig, der riecht allerdings deutlich stärker.
- Holzlöffel hineinstellen. Ein Holzlöffel oder Holzspieß im Wasser beugt dem Siedeverzug vor. Dazu gleich mehr.
- Erhitzen. Bei voller Leistung einige Minuten laufen lassen, bis das Wasser kräftig kocht und innen alles beschlägt. Bei unserem Gerät dauert das ungefähr drei Minuten, schauen Sie beim ersten Mal einfach zu.
- Tür zu lassen. Der Teil, den viele überspringen: Lassen Sie die Tür noch mehrere Minuten geschlossen, damit der Dampf wirken kann. Ich räume in der Zeit die Spülmaschine aus.
- Schüssel herausnehmen. Mit Topflappen, langsam und ohne Ruck. Schüssel und Wasser sind heiß.
- Auswischen. Mit einem weichen, feuchten Tuch von oben nach unten: Decke, Wände, Boden, Tür. Die kleine Platte an der Seitenwand sparen Sie dabei aus.
Bei uns heißt das auch: Unsere dreijährige Tochter wartet in diesem Moment am Küchentisch. Das brummende, leuchtende Gerät findet sie ungefähr so spannend wie Fernsehen.
Wischen ohne Kratzer: Drehteller, Tür und die Platte an der Seite
Nach dem Dampfbad sitzt der Schmutz meist so locker, dass ein weiches Tuch genügt. Ich tauche es ins abgekühlte Zitronenwasser. Hält eine Stelle stand, gibt es lieber eine zweite Runde Dampf als mehr Kraft im Handgelenk.
Den Drehteller nehmen Sie heraus und spülen ihn wie normales Geschirr. Bei vielen Geräten darf er in die Spülmaschine, ein Blick in die Bedienungsanleitung schadet trotzdem nicht. Darunter sitzt oft ein Rollenring, und auch dort sammeln sich Krümel und eingetrocknete Tropfen.
Vergessen Sie nicht die Innenseite der Tür und den Rand, an dem sie anliegt. Die Tür soll ja sauber schließen.
Dann ist da noch die unscheinbare, matte Platte an einer Seitenwand, die ein bisschen wie dünne Pappe aussieht. Bei meiner ersten Mikrowelle im Studium hielt ich sie für einen Spritzschutz zum Abschrubben. Zum Glück habe ich vorher in die Anleitung geschaut.

Was in der Mikrowelle nichts verloren hat
Bei den Tomatenspritzern an der Decke war die Versuchung groß, einfach zur Scheuermilch zu greifen. Lassen Sie es. Ob der Innenraum lackiert, emailliert oder aus Edelstahl ist: Metallschwämme und Scheuermittel können Kratzer hinterlassen, und in Kratzern setzt sich neuer Schmutz besonders leicht fest.
Auch Backofenspray hat im Garraum nichts zu suchen. Es ist aggressiv, und seine Reste möchten Sie nicht neben Ihrem Essen haben.
So sortiere ich die üblichen Mittel ein:
| Mittel | Für die Mikrowelle? | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Wasser mit Zitrone | Ja | Dampf weicht Spritzer auf, die Säure hilft etwas gegen Fett und Gerüche |
| Wasser mit Essig | Ja | Wirkt ähnlich, riecht aber deutlich stärker |
| Warmes Wasser mit Spülmittel | Ja | Gut zum Nachwischen und für den Drehteller |
| Natron im offenen Schälchen | Ja, gegen Gerüche | Über Nacht ins ausgeschaltete Gerät stellen |
| Scheuermilch, Metallschwamm | Nein | Können den Innenraum zerkratzen |
| Backofenspray | Nein | Zu aggressiv für den kleinen Garraum |
Für eingebrannte Krusten im großen Ofen nehme ich Natronpaste. Wie ich den Backofen mit Natron sauber bekomme, steht in einem eigenen Text. In der Mikrowelle reicht in aller Regel der Dampf.
Damit es gar nicht erst wieder so aussieht
Am meisten Arbeit spart eine Abdeckhaube aus Kunststoff oder Glas. Sie kommt über Teller oder Schüssel und fängt genau die Spritzer ab, die sonst an der Decke landen.
Dazu ein paar Gewohnheiten, die kaum Zeit kosten:
- Frische Spritzer gleich wegwischen, solange sie noch weich sind.
- Soßen, Suppen und Eintöpfe abdecken und zwischendurch umrühren.
- Nach dem Aufwärmen die Tür kurz offen lassen, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.
- Gegen hartnäckige Gerüche über Nacht ein Schälchen Natron hineinstellen.
Ob Reste noch gut sind, entscheidet sich übrigens nicht in der Mikrowelle, sondern vorher im Kühlschrank. Mehr dazu in meinem Text über die richtige Kühlschranktemperatur.
Was sich bei uns seit der Tomatensoße geändert hat
Unsere Mikrowelle steht in der schmalen Küche unserer Altbauwohnung in Ehrenfeld auf einem Regal neben dem Fenster. Sie läuft öfter, als ich früher gedacht hätte, vor allem für Reste und schnelle Kinderportionen.
Seit dem Abend mit der Soße liegt die Haube griffbereit neben dem Gerät, und es gilt: Nichts kommt ohne sie hinein. Mein Partner hält sich daran, meistens jedenfalls. Und ungefähr einmal im Monat stelle ich am Wochenende die Zitronenschüssel hinein, während ich den Rest der Küche aufräume.
Mein Rat: Probieren Sie den Dampf, bevor Sie einen Spezialreiniger kaufen. Klebt eine Stelle nach zwei Durchgängen immer noch, ist ein weiches Tuch mit Spülmittelwasser der nächste Schritt und nicht die Scheuermilch.
Häufige Fragen
Kann ich statt Zitrone auch Essig nehmen?
Ja, ein Schuss Essig im Wasser funktioniert ähnlich, weil auch hier vor allem der Dampf arbeitet. Der Geruch ist allerdings deutlich stärker, lassen Sie die Tür danach eine Weile offen.
Wie oft sollte ich die Mikrowelle reinigen?
Frische Spritzer am besten sofort wegwischen, dann wird gar nicht erst etwas hart. Ein Dampfbad lohnt sich, sobald sich Flecken nicht mehr einfach abwischen lassen oder das Gerät nach altem Essen riecht. Bei uns, mit fast täglicher Nutzung, ist das etwa einmal im Monat der Fall.
Darf die Platte an der Seitenwand nass werden?
Besser nicht. Die Abdeckung des Hohlleiters, meist eine Glimmerplatte, wischen Sie nur vorsichtig mit einem trockenen Tuch ab. Ist sie verbrannt oder beschädigt, benutzen Sie das Gerät vorerst nicht und fragen Sie beim Kundendienst nach. Für viele Modelle gibt es Ersatzplatten.
Wie bekomme ich schlechte Gerüche aus der Mikrowelle?
Zuerst Spritzer und Krümel gründlich auswischen, denn dort sitzt meist die Ursache. Danach hilft ein Dampfbad mit Zitrone oder ein offenes Schälchen Natron über Nacht im ausgeschalteten Gerät. Lassen Sie die Tür nach dem Benutzen außerdem kurz offen.
Quellen und Grundlagen
- Bedienungsanleitungen gängiger Mikrowellenhersteller zu Reinigung, Drehteller und Hohlleiterabdeckung
- Sicherheitshinweise der Gerätehersteller zum Erhitzen von Wasser und zum Siedeverzug
- Verbraucherzentrale: Tipps zum umweltschonenden Reinigen im Haushalt
- Umweltbundesamt: Umwelttipps zu Wasch- und Reinigungsmitteln
Stand: 13. Oktober 2026.
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