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Heizlüfter: So viel kostet eine Stunde wirklich (und warum kein Modell Strom spart)

Mann mit Strickmütze und runder Brille lächelt mit Tasse Tee am Schreibtisch, ein weißer Heizlüfter steht mit Abstand auf dem Holzboden
Herbstlicht, Tee und ein kleiner Heizlüfter mit Abstand: So wird ein kühles Arbeitszimmer kurz gemütlich. (Symbolbild: Immomeg)

Heizlüfter sind schnell, aber nie sparsam: Aus einer Kilowattstunde Strom wird eine Kilowattstunde Wärme, egal ob Lüfter, Ölradiator oder Infrarot. Was eine Stunde kostet, wann sich das Gerät lohnt und was ich im eigenen Bad gemessen habe.

6 Min. Lesezeit Geprüft am 13.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Heizlüfter macht aus 1 Kilowattstunde Strom rund 1 Kilowattstunde Wärme, genau wie Ölradiator, Konvektor und Infrarotheizung.
  • Bei angenommenen 35 Cent pro Kilowattstunde kostet ein Heizlüfter mit 2.000 Watt rund 70 Cent pro Stunde.
  • Vier Stunden täglich über 30 Tage summieren sich bei 2.000 Watt auf 240 Kilowattstunden, also rund 84 Euro.
  • Heizlüfter gehören direkt in die Wandsteckdose, nie in eine Mehrfachsteckdose oder Kabeltrommel, und laufen nie unbeaufsichtigt.
Inhalt dieses Artikels
  1. So rechnen Sie die Kosten pro Stunde selbst aus
  2. Warum Ölradiator und Infrarotheizung nicht sparsamer sind
  3. Was mein Strommessgerät im Bad angezeigt hat
  4. Wann sich ein Heizlüfter lohnt und wann nicht
  5. So steht der Heizlüfter sicher
  6. Was ich selbst heute so mache
  7. Häufige Fragen

Morgens um halb sieben sind die Fliesen in unserem Bad so kalt, dass unsere Tochter nur auf Zehenspitzen hineintippelt. Wir wohnen zur Miete im vierten Stock eines Altbaus in Köln-Ehrenfeld, und der schmale Heizkörper im Bad braucht eine ganze Weile, bis er gegen die kalten Wände ankommt. Seit dem vergangenen Winter steht deshalb ein kleiner weißer Heizlüfter in der Ecke.

Was mich nach Jahren in der Energieberatung trotzdem gewurmt hat: Ich wusste nicht genau, was mich die tägliche Viertelstunde Wärme kostet. Also habe ich ein Strommessgerät dazwischengesteckt und eine Woche lang mitgeschrieben.

Das Ergebnis war unspektakulär, und genau deshalb lehrreich. Ein Heizlüfter ist nicht teuer, weil er schlecht arbeitet. Er ist teuer, weil Strom teuer ist. Und weil man ihn so leicht einfach weiterlaufen lässt.

So rechnen Sie die Kosten pro Stunde selbst aus

Die Rechnung passt auf einen Bierdeckel: Leistung in Kilowatt mal Stunden mal Strompreis. Die Leistung steht auf dem Typenschild oder in der Anleitung, meist in Watt. 2.000 Watt sind 2 Kilowatt, 1.000 Watt sind 1 Kilowatt.

Den Strompreis finden Sie auf Ihrer Stromrechnung oder im Vertrag. Dort heißt er Arbeitspreis und steht in Cent pro Kilowattstunde. Für die Beispiele unten nehme ich 35 Cent an. Das ist nur eine Annahme zum Rechnen, setzen Sie unbedingt Ihren eigenen Tarif ein.

LeistungLaufzeitVerbrauchKosten bei 35 Cent pro kWh
1.000 Watt (kleine Stufe)1 Stunde1 kWh35 Cent
2.000 Watt (große Stufe)1 Stunde2 kWh70 Cent
1.000 Watt15 Minuten täglich, 30 Tage7,5 kWhetwa 2,60 Euro
2.000 Watt4 Stunden täglich, 30 Tage240 kWh84 Euro

Viele Heizlüfter haben zwei Stufen. Bei einem Gerät mit 1.000 und 2.000 Watt kostet die kleine pro Stunde die Hälfte, liefert aber auch nur halb so viel Wärme. Sie spart also nur, wenn die halbe Wärme reicht, etwa in einem kleinen Bad.

Warum Ölradiator und Infrarotheizung nicht sparsamer sind

Ein Heizlüfter wandelt Strom praktisch vollständig in Wärme um. Aus einer Kilowattstunde Strom wird rund eine Kilowattstunde Wärme. Mehr ist mit einem reinen Elektroheizgerät nicht drin.

Das gilt genauso für Ölradiator, Konvektor und Infrarotheizung. Die Geräte unterscheiden sich nur darin, wie sie die Wärme verteilen:

  • Heizlüfter blasen warme Luft in den Raum. Das geht schnell, ist aber auch schnell vorbei, sobald das Gerät aus ist.
  • Ölradiatoren erwärmen erst ihr Öl und speichern die Wärme darin. Sie brauchen länger, wärmen dafür nach dem Ausschalten noch eine Weile nach.
  • Konvektoren erwärmen Luft, die sanft im Raum zirkuliert.
  • Infrarotheizungen geben Wärme als Strahlung ab, die zuerst auf Menschen, Wände und Möbel trifft.

Wie sich das anfühlt, ist verschieden. Was es kostet, nicht. Eine Kilowattstunde Strom bleibt eine Kilowattstunde Wärme.

Deshalb reagiere ich ehrlich gesagt allergisch auf Werbung für kleine Steckdosen-Heizer. Auf meinem Handy tauchen jeden Herbst Anzeigen für Mini-Geräte auf, die angeblich die Heizkosten halbieren. Physikalisch geht diese Rechnung nicht auf, und Verbraucherschützer warnen vor solchen Versprechen. Ein kleines Gerät heizt nicht sparsamer. Es heizt nur weniger.

Was mein Strommessgerät im Bad angezeigt hat

Ein Strommessgerät ist ein Zwischenstecker mit kleinem Display, den es im Baumarkt oder Elektrohandel gibt. Vor der Messwoche habe ich auf dem Gerät nachgesehen, ob es für die volle Leistung des Heizlüfters ausgelegt ist. Nach der Messwoche kam der Stecker wieder direkt in die Wandsteckdose.

Unser Heizlüfter hat zwei Stufen. Auf der kleinen zeigte das Display knapp 1.000 Watt, auf der großen knapp 2.000 Watt, ziemlich genau wie auf dem Typenschild. Morgens lief er auf der kleinen Stufe, etwa eine Viertelstunde, solange ich im Bad war. Das Modell ist laut Hersteller fürs Bad geeignet und steht in der Ecke neben der Tür, weit weg von Wanne und Waschbecken.

Nach sieben Tagen standen rund 1,8 Kilowattstunden auf der Anzeige. Mit 35 Cent gerechnet sind das gut 60 Cent pro Woche, im Monat etwa 2,60 Euro. Für ein warmes Bad an jedem Morgen finde ich das in Ordnung.

Dann habe ich zum Spaß hochgerechnet, was ein Homeoffice-Tag kosten würde: große Stufe, acht Stunden im Arbeitszimmer. Das wären 16 Kilowattstunden und 5,60 Euro. An einem einzigen Tag. Spätestens da wird aus dem praktischen Helfer ein teures Hobby.

Weißer Heizlüfter mit viel Platz auf dem Holzboden, Stecker direkt in der Wandsteckdose, dahinter ein gemütliches Wohnzimmer
Viel Platz rundherum und direkt in die Wandsteckdose: So steht ein Heizlüfter richtig.

Wann sich ein Heizlüfter lohnt und wann nicht

Eine Gas-Zentralheizung erzeugt eine Kilowattstunde Wärme in der Regel deutlich günstiger, weil Gas pro Kilowattstunde weniger kostet als Strom. Eine Wärmepumpe macht, wie oben beschrieben, aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme. Auf Dauer verliert der Heizlüfter gegen beide.

Sinnvoll ist er deshalb vor allem kurz und gezielt:

  • Das kalte Bad am Morgen, für zehn oder fünfzehn Minuten, solange jemand im Raum ist.
  • Die Übergangszeit, wenn es kühl wird, die Zentralheizung im Haus aber noch nicht oder nicht mehr läuft.
  • Der Notfall, wenn die Heizung ausfällt und ein Zimmer warm bleiben soll, bis der Handwerker kommt.

Als Dauerheizung taugt er nicht. In der Energieberatung saßen mir mehr als einmal Menschen gegenüber, die sich über eine hohe Stromnachzahlung wunderten. Oft kam die Erklärung erst beim dritten Nachfragen: Im Hobbyraum oder im Homeoffice lief den ganzen Winter ein Heizlüfter mit.

Wird ein Zimmer nicht richtig warm, lohnt vor dem Heizlüfter ein Blick auf die Heizung selbst. Manchmal steht nur das Thermostat ungünstig. Was die Zahlen am Thermostat wirklich bedeuten, haben wir gesondert erklärt. Bleibt der Heizkörper oben kalt, ist oft Luft drin, dann hilft es, den Heizkörper zu entlüften.

Wohnen Sie zur Miete und fällt die Heizung ganz aus, melden Sie den Schaden sofort bei Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter. Welche Rechte Sie dann haben, steht in unserem Artikel zu kalter Heizung und Mietminderung. Im Einzelfall helfen der Mieterverein oder eine Anwältin weiter.

So steht der Heizlüfter sicher

Ein Heizlüfter zieht lange viel Strom. Ein paar Regeln sind deshalb nicht verhandelbar:

  1. Direkt in die Wandsteckdose. Keine Mehrfachsteckdose, kein Verlängerungskabel, keine Kabeltrommel.
  2. Platz lassen. Vorhänge, Möbel, Bettdecken und Wäsche gehören nicht in die Nähe.
  3. Nie abdecken. Auch nicht kurz, um Handtücher oder Socken zu trocknen.
  4. Nicht unbeaufsichtigt und nicht über Nacht laufen lassen. Wer das Zimmer verlässt oder schlafen geht, schaltet aus.
  5. Ins Bad nur, wenn das Gerät dafür zugelassen ist. Das steht in der Anleitung. Und auch dann mit Abstand zu Wanne, Dusche und Waschbecken.
  6. Auf Schutzfunktionen achten. Ein Kippschutz schaltet ab, wenn das Gerät umfällt, ein Überhitzungsschutz, wenn es zu heiß wird. Ein Prüfzeichen wie GS zeigt, dass das Gerät auf seine Sicherheit geprüft wurde.

Was ich selbst heute so mache

Der Heizlüfter steht bei uns immer noch, aber er hat klare Regeln. Er läuft nur im Bad, nur auf der kleinen Stufe und nur, solange jemand drin ist. Danach ziehe ich den Stecker, weil unsere Tochter Schalter genauso spannend findet wie Thermostatköpfe.

Das Strommessgerät habe ich seitdem ein paarmal an Nachbarn im Haus verliehen. Fast alle sagen hinterher dasselbe: Sie hätten gedacht, ihr Gerät brauche weniger.

Mein Rat deshalb: Rechnen Sie einmal mit Ihrem eigenen Strompreis nach, bevor der Heizlüfter zur Gewohnheit wird. Fünf Minuten mit dem Taschenrechner sind billiger als eine böse Überraschung mit der nächsten Stromabrechnung.

Häufige Fragen

Wie viel kostet ein Heizlüfter mit 2.000 Watt pro Stunde?

Er verbraucht in einer Stunde 2 Kilowattstunden Strom. Bei angenommenen 35 Cent pro Kilowattstunde sind das 70 Cent. Mit Ihrem eigenen Arbeitspreis rechnen Sie genauso.

Ist ein Ölradiator oder eine Infrarotheizung sparsamer als ein Heizlüfter?

Nein. Alle Geräte, die Strom direkt in Wärme umwandeln, machen aus einer Kilowattstunde Strom rund eine Kilowattstunde Wärme. Sie verteilen die Wärme nur unterschiedlich: der Heizlüfter schnell über warme Luft, der Ölradiator langsam und mit Nachwärme, die Infrarotheizung über Strahlung.

Darf ein Heizlüfter nachts durchlaufen?

Davon ist dringend abzuraten. Ein Heizlüfter sollte nur laufen, wenn jemand im Raum ist und ihn im Blick hat. Wer schlafen geht oder die Wohnung verlässt, schaltet ihn aus und zieht am besten den Stecker.

Quellen und Grundlagen

  • Verbraucherzentrale: Informationen zu elektrischen Heizgeräten und Stromkosten
  • Produktsicherheitsgesetz (ProdSG): GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit
  • Herstellerangaben und Bedienungsanleitungen gängiger Heizlüfter
  • Physikalische Grundlagen: Umwandlung elektrischer Energie in Wärme

Stand: 13. Oktober 2026.

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