Halloween: Warum wir Kürbisse aushöhlen, obwohl es ursprünglich Rüben waren
Lange bevor Kürbisse vor Haustüren grinsten, leuchteten in Irland und Schottland ausgehöhlte Rüben. Schuld daran ist der Sage nach ein geiziger Mann namens Jack. Dazu: welcher Kürbis in den Topf darf und wie die Laterne bis Halloween hält.
Das Wichtigste in Kürze
- Halloween kommt von „All Hallows' Eve“, dem Abend vor Allerheiligen am 1. November.
- Nach einer irischen Volkssage wandert der geizige Jack mit einem glühenden Stück Kohle in einer ausgehöhlten Rübe umher, deshalb höhlte man in Irland und Schottland Rüben aus.
- Irische Einwanderer in Nordamerika nahmen im 19. Jahrhundert Kürbisse, weil diese dort reichlich wuchsen und sich leichter schnitzen ließen.
- Schmeckt ein Kürbis bitter, enthält er giftige Cucurbitacine und darf nicht gegessen werden; Zierkürbisse sind grundsätzlich nicht zum Essen.
Inhalt dieses Artikels
- All Hallows' Eve: Der Abend vor Allerheiligen
- Der geizige Jack und seine Rübe
- Wie aus der Rübe ein Kürbis wurde
- Welcher Kürbis in den Topf darf und welcher nur ins Fenster
- Schnitzen ohne Pflaster: So gehe ich vor
- Nach Halloween: Kompost ja, Igelfutter nein
- Mein Plan für dieses Jahr: Rübe und Kürbis nebeneinander
- Häufige Fragen
Neben meinem Komposthaufen liegen gerade die letzten Kürbisse des Jahres in der Herbstsonne. Hokkaido und Butternut für die Suppe, dazu drei dicke orangefarbene Brocken, die ich nur aus einem einzigen Grund anbaue: Die Nachbarskinder fragen jedes Jahr ab Anfang Oktober fast täglich am Gartenzaun, wann denn endlich geschnitzt wird.
Als ich ein Kind war, kannte in unserer Familie niemand Halloween. Ausgehöhlt habe ich trotzdem schon etwas, nämlich eine Runkelrübe, zusammen mit meinem Opa. Demselben Opa übrigens, von dem ich auch Herbert, meinen Gartenzwerg, geerbt habe.
Damals hielt ich das für eine seiner Marotten. Heute weiß ich: Er war damit näher an der Geschichte von Halloween als jeder Kürbis aus dem Supermarkt. Denn ursprünglich war die Laterne gar kein Kürbis.
All Hallows' Eve: Der Abend vor Allerheiligen
Der Name verrät schon einiges. Halloween ist eine Verkürzung von „All Hallows' Eve“, dem Abend vor Allerheiligen. Allerheiligen fällt auf den 1. November, Halloween also auf den 31. Oktober. In diesem Jahr ist das ein Samstag. Bis dahin sind es noch elf Tage.
Viele der Bräuche, die wir heute mit diesem Abend verbinden, haben ihre Wurzeln in Irland und Schottland. Dort wurde rund um das Ende der Erntezeit gefeiert. Oft wird in diesem Zusammenhang das alte Fest Samhain genannt. Wie viel davon wirklich im heutigen Halloween steckt, lässt sich allerdings nicht in allen Einzelheiten sagen.
Als Gärtnerin kann ich mir gut vorstellen, wie sich diese Wochen früher angefühlt haben. Die Beete sind abgeerntet, das Laub fällt, und spätestens wenn am Sonntag die Uhr zurückgestellt wird, ist es schon am späten Nachmittag dämmrig. Da wird einem das Dunkle ganz von selbst ein bisschen unheimlich.
Der geizige Jack und seine Rübe
Die Laterne hat ihre eigene Legende, und die kommt aus Irland. Im Mittelpunkt steht ein Mann namens Jack, ein echter Geizhals, der es schafft, den Teufel zu überlisten. Wie ihm das gelingt, wird je nach Erzählung unterschiedlich ausgeschmückt. Oft muss der Teufel am Ende versprechen, Jacks Seele nicht zu holen.
Das rächt sich, als Jack stirbt. In den Himmel lässt man ihn wegen seines Lebenswandels nicht hinein, und die Hölle nimmt ihn auch nicht. Seitdem muss er umherwandern, mit einem glühenden Stück Kohle als Licht. Die Kohle trägt er in einer ausgehöhlten Rübe.
In Irland und Schottland höhlte man deshalb Rüben aus, zum Beispiel Steckrüben. Wer das einmal probiert hat, weiß: Das ist echte Arbeit. Das Fleisch ist fest, der Löffel rutscht ständig ab, und irgendwann meldet sich das Handgelenk.

Wie aus der Rübe ein Kürbis wurde
Den Kürbis brachte erst die Auswanderung ins Spiel. Im 19. Jahrhundert gingen viele Iren nach Nordamerika, und ihre Bräuche nahmen sie mit. Statt zu Rüben griffen sie dort aber zu Kürbissen. Die wuchsen reichlich und ließen sich viel leichter schnitzen.
Von Nordamerika aus fand die Kürbislaterne schließlich auch zu uns. In Deutschland ist Halloween seit den 1990er-Jahren immer beliebter geworden. Ganz neu war die Sache mit dem leuchtenden Gesicht hier aber nicht. In manchen ländlichen Gegenden sollen Kinder schon früher im Herbst Gesichter in Runkelrüben geschnitzt haben, ganz ohne Halloween.
Mein Opa kannte das offenbar noch. An einem Herbstnachmittag kam er mit einer dicken Runkelrübe in den Kleingarten. Woher er die hatte, weiß ich nicht mehr. In der Laube haben wir eine gefühlte Ewigkeit daran herumgekratzt, er mit dem Taschenmesser, ich mit einem alten Teelöffel. Als am Ende ein Kerzenstummel hinter den schiefen Augen flackerte, war ich mächtig stolz. Auf die Frage, woher er das kenne, sagte er nur, das hätten die Jungs früher eben so gemacht.
Welcher Kürbis in den Topf darf und welcher nur ins Fenster
Aus meiner Zeit in der Gärtnerei kenne ich diese Frage gut, im Herbst kam sie an der Kasse immer wieder. Kürbis ist nicht gleich Kürbis, und ausgerechnet die hübschesten sind oft nicht zum Essen gedacht.
| Kürbis | Wofür | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Speisekürbis, etwa Hokkaido oder Butternut | Suppe, Ofen, geröstete Kerne | Schmeckt er bitter, nicht essen |
| Schnitzkürbis (Halloween-Kürbis) | Laterne | meist essbar, aber eher fade |
| Zierkürbis | Deko | nicht essen, Kerne nicht rösten |
Die eine Regel, die Sie sich merken sollten: Schmeckt ein Kürbis bitter, essen Sie ihn nicht. Die Bitterstoffe heißen Cucurbitacine. Sie sind giftig und können schwere Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Das gilt genauso für Zucchini.
Genau deshalb ziehe ich meine Speisekürbisse jedes Frühjahr aus frisch gekauftem Saatgut. Was von selbst auf dem Kompost keimt, darf bei mir höchstens als Deko bleiben.
Schnitzen ohne Pflaster: So gehe ich vor
Zum Schnitzen brauchen Sie wenig: einen großen Löffel, ein kleines scharfes Messer, einen Stift und einen Tisch, den Sie mit Zeitungspapier abdecken.
- Kürbis abwischen und trocknen, damit er auf dem Tisch nicht rutscht.
- Den Deckel schräg einschneiden. Halten Sie das Messer zur Mitte hin geneigt und führen Sie es rundherum. So entsteht ein Kegel, der auf dem Rand aufliegt und nicht hineinfällt. Alternativ schneiden Sie die Öffnung unten in den Boden und stülpen den Kürbis später einfach über das Licht.
- Innen gründlich auskratzen: Kerne und Fasern heraus, dann die Wand mit dem Löffel abschaben, bis sie dort, wo das Gesicht hinkommt, etwa so dick ist wie ein Daumen.
- Das Gesicht vorzeichnen, am besten mit Filzstift.
- Mit dem kleinen Messer in kurzen Schnitten ausschneiden, immer vom Körper weg. Die Stücke drücken Sie von innen heraus.
Die Nachbarskinder dürfen bei mir aufmalen, auskratzen und Kerne sortieren. Das Messer bleibt bei mir. Wer Kinder selbst schnitzen lassen möchte, gibt ihnen kindgerechtes Werkzeug und bleibt daneben sitzen.
Damit die Laterne bis zum 31. Oktober hält
- Kühl, aber frostfrei aufstellen. Sobald Nachtfrost angesagt ist, kommt meine Laterne in den Schuppen.
- Nicht in die pralle Sonne stellen.
- Innen trocken halten. Ich reibe den Kürbis nach dem Auskratzen mit Küchenpapier aus.
- LED-Licht statt Kerze. Das wird kaum warm, und neben Strohballen und trockenem Laub ist es schlicht sicherer. Wer doch eine Kerze nimmt, lässt sie nie unbeaufsichtigt brennen.
Nach Halloween: Kompost ja, Igelfutter nein
Irgendwann fällt auch die schönste Fratze in sich zusammen. Dann gehört der Kürbis auf den Kompost oder in die Biotonne. Für den Kompost schneide ich ihn in grobe Stücke und gebe ihn im Wechsel mit Laub auf den Haufen, wie im Beitrag Laub kompostieren beschrieben. Wer gern Kerne röstet, nimmt sie nur von Speisekürbissen.
Eine Bitte noch: Legen Sie die Reste nicht für Igel in den Garten. Igel brauchen tierisches Futter, Kürbis gehört nicht auf ihren Speiseplan. Was ihnen im Herbst wirklich hilft, steht in meinem Beitrag Igel im Herbst richtig helfen.
Mein Plan für dieses Jahr: Rübe und Kürbis nebeneinander
Dieses Jahr mache ich etwas anders. Neben die Kürbislaternen der Nachbarskinder kommt eine Steckrübe aus meinem Gemüsebeet, ausgehöhlt mit Opas Methode und ziemlich viel Geduld. Wenn die Kinder fragen, warum die so schief guckt, erzähle ich ihnen von Jack.
Und von meinem Opa, der mit mir eine Rübenlaterne gebaut hat, lange bevor bei uns irgendwer Halloween gefeiert hat. Ein bisschen Familiengeschichte gehört für mich zu diesem Abend einfach dazu.
Häufige Fragen
Woher kommt der Name Halloween?
Halloween ist eine Verkürzung von „All Hallows' Eve“, also dem Abend vor Allerheiligen. Weil Allerheiligen am 1. November ist, fällt Halloween immer auf den 31. Oktober.
Warum schnitzt man Kürbisse und keine Rüben?
Ursprünglich waren es Rüben, etwa Steckrüben in Irland und Schottland. Irische Einwanderer in Nordamerika nahmen im 19. Jahrhundert Kürbisse, weil diese dort reichlich wuchsen und sich leichter schnitzen ließen.
Kann man einen Halloween-Kürbis essen?
Spezielle Schnitzkürbisse sind meist essbar, schmecken aber eher fade. Zierkürbisse sind nicht zum Essen gedacht. Schmeckt ein Kürbis bitter, enthält er giftige Cucurbitacine und gehört nicht in den Topf.
Wohin mit dem Kürbis nach Halloween?
Auf den Kompost oder in die Biotonne. Für den Kompost schneiden Sie ihn am besten in Stücke und mischen ihn mit Laub. Für Igel ist er kein Futter, sie brauchen tierische Nahrung.
Quellen und Grundlagen
- Duden: Stichwort Halloween
- Kirchenjahr: Hochfest Allerheiligen am 1. November
- Irische Volkssage von Jack O'Lantern
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Hinweise zu Cucurbitacinen in bitteren Zucchini und Kürbissen
- Pro Igel e. V.: Informationen zur Igelfütterung
Stand: 20. Oktober 2026.
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